Wiltrud Rösch-Metzler (Pax Christi): „Der Krieg in Gaza und wir“

Wiltrud Rösch-Metzler, Bundesvorsitzende von Pax Christi in Deutschland

Die militärische Gewalt überdeckt den gewaltfreien Widerstand – und gemeinsame Perspektiven von Israelis und Palästinensern. Was die Europäische Union jetzt tun kann, damit das Töten im Gaza-Krieg ein Ende findet. Ein Kommentar von Wiltrud Rösch-Metzler. Die Autorin ist Bundesvorsitzende der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi.

Der neue Gaza-Krieg hat die alten Koordinaten einer Bewertung verschoben. Er traumatisiert die Bevölkerung von Gaza und von Teilen Israels langfristig. Weiterlesen

Todenhöfer bei Anne Will: „Israel begeht Kriegsverbrechen“

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Jürgen Todenhöfer hat bei „Anne Will“ am Mittwochabend in deutlichen Worten gesagt, was er vom Krieg gegen Bevölkerung in Gaza hält. „Israel hat das Recht, sich gegen die Raketen der Hamas zu verteidigen. Israel hat nicht das Recht, sich in einer Bombardierungsorgie zu verteidigen. Und das was ich gesehen habe, war eine Bombardierungsorgie. Es war so unverhältnismässig, dass ich sage: Es war ein Kriegsverbrechen.“

„Es gibt ein Selbstverteidigungsrecht der Palästinenser Weiterlesen

Pogrom 2014 (Gaza)

von Rolf Verleger

Als 1903 der junge Michail Rybatschenko bei Kischinew (heute Moldawien, damals Zarenreich) ermordet aufgefunden wurde, stellten dort die „guten Christenmenschen“ die Juden als blutrünstige Monster dar. „Tod den Juden“ wurde geschrieben, gepredigt, gebrüllt und tatkräftig umgesetzt. Das war das erste Kischinewer Pogrom. Das Zaren-Regime schaute gerne zu.

Jetzt, über hundert Jahre später, wurden im von Israel besetzten Westjordanland Weiterlesen

Ein 16-jähriger Palästinenser wurde lebendig verbrannt

Uri Avnery

von Uri Avnery
Bomben fallen auf Gaza, und Raketen auf  das südliche Israel, Menschen sterben und Häuser werden zerstört. Immer wieder und ohne Sinn. Wenn alles vorbei ist, können wir sicher sein, dass alles wieder so ist wie vorher.

Ich bin kaum in der Lage, die Sirenen zu hören, die vor den Raketen warnen, wenn sie nach Tel Aviv fliegen. Ich muss immer nur an das Entsetzliche denken, das in Jerusalem geschah.

Wenn eine Bande von Neo-Nazis in England einen 16-Jährigen Jungen in einem Londoner jüdischen Viertel bei Dunkelheit zum Hydepark verschleppt, ihn niedergeschlagen, ihm Benzin in den Mund gegossen, ihn damit übergossen und dann angezündet hätte – was wäre dann geschehen? Weiterlesen

„Immer nur von Rache zu Rache, von Operation zu Operation – wir leben in wachsender Hoffnungslosigkeit, ohne ein Bild von der Zukunft“

„Immer nur von Rache zu Rache, von Operation zu Operation – wir leben in wachsender Hoffnungslosigkeit, ohne ein Bild von der Zukunft. Niemand in Israel kann sich vorzustellen, wie das Land in zwanzig Jahren aussehen mag – es macht zu viel Angst. In aufrichtigen Augenblicken gestehe ich mir ein, dass auch ich die Chance, dass es irgendwann anders werden wird, bezweifele. Es gibt Gründe für diese Verzweiflung. Weiterlesen

Verkehrte Fronten: wie Weserkurier und Ha’aretz berichten

Ausriss aus dem Weserkurier v. 10.07.14Statt von Deutschland aus mäßigend auf Israels Hardliner-Regierung einzuwirken, befürwortet der Weserkurier das Gegenteil: mehr Härte und mehr Unnachgiebigkeit gegenüber den Palästinensern. Statt nach Wegen für einen Waffenstillstand und für Verhandlungen zu suchen, gießen Daniel Killy (Chef vom Dienst) und Ulrich W. Sahm (Kommentator) regelmäßig in Artikeln und Kommentaren Benzin ins Feuer. Und sie üben sich natürlich in den üblichen Verkehrungen: die Schuldigen werden zu Unschuldigen gemacht, und umgekehrt. Weiterlesen