Tausende demonstrieren gegen die Justizreform. Dabei liegt die größere Gefahr für die Demokratie in der Politik im Westjordanland

PROTESTE IN ISRAEL. Tausende demonstrieren gegen die Justizreform. Dabei liegt die größere Gefahr für die Demokratie in der Politik im Westjordanland
Demonstranten in Tel Aviv am Samstagabend – seit fast 30 Wochen gehen die Menschen in Israel Woche für Woche auf die Straße, um gegen die Justizreform der Regierung zu protestieren. Ein erstaunlicher Artikel im Stern v. 16.07.2023

(„Das ist die schärfste Kritik an Israels Unterdrückungspolitik, die ich jemals in einem deutschen Mainstream-Medium gelesen habe.  Aber auch eine scharfe Kritik an den  Protesten in Tel Aviv, die  geflissentlich das Schicksal der Palästinenser übersehen. Geschrieben von der israelischen  Politikwissenschaftlerin Dahlia Scheindlin. https://www.stern.de/politik/ausland/israel—darum-ist-die-demokratie-in-gefahr-33653648.html, Martin Breidert)

Auch am Samstagabend waren wieder Tausende auf den Straßen, um gegen die Justizreform von Premierminister Netanjahu zu demonstrieren. Die faktische Annexion des Westjordanlands kümmert kaum jemanden – dabei sind die Folgen viel dramatischer für Israels Demokratie. Weiterlesen

Stellungnahme der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft e.V. (DPG) zur Schmierenkampagne der israelischen Botschaft gegen Frau Dr. Muriel Asseburg

Erneut wird eine Persönlichkeit in Deutschland, die sich kritisch mit der israelischen Besatzungspolitik auseinandersetzt, durch eine von der israelischen Botschaft initiierten medialen Kampagne als „Antisemitin“ diffamiert und beleidigt. Aber diesmal trifft es keine Aktivist*in, die zu BDS oder zu Nakba-Demonstrationen aufruft, keine Menschenrechtsaktivist*in, die die Besatzungpraxis – zu Recht – als Apartheid bezeichnet, sondern eine renommierte Politologin und Nahostexpertin: Dr. Muriel Asseburg von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), einem deutschen Thinktank, der auch das Kanzleramt und die Bundesregierung politisch berät. Hintergrund der Kampagne ist ein zweieinhalbstündiges Interview, in dem Frau Asseburg dem Sender Jung&Naiv die Situation der Palästinenser unter dem Besatzungregime sowie mögliche Folgen der Neuausrichtung der israelischen Politik unter der neuen rechtsradikalen Regierung analysiert. Weiterlesen

UN-Expertin: Das israelische Kerkerregime und „Freiluft“-Gefängnis für Palästinenser abschaffen

GrGENF (10. Juli 2023) – „Israels militärische Besatzung hat das gesamte besetzte palästinensische Gebiet in ein Freiluftgefängnis verwandelt, in dem die Palästinenser ständig eingesperrt, überwacht und diszipliniert werden“, erklärte heute eine UN-Expertin. Weiterlesen

Neue Infos zum Thema Israel / Palästina

Liebe Israel/Palästina Interessierte,
Hier wieder einige Infos zum Thema:
1. Jenin
Die hochgerüstete israelische Armee hat das Flüchtlingslager in Jenin angegriffen, obwohl Jenin in der A-Zone liegt und damit unter der Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde stehen sollte. Jeder Widerstand gegen die unzumutbare 56jährige Besatzung wird von Israel als „Terrorismus“ bezeichnet und mit massiver Gewalt bekämpft. Die Palästinenser, die ja keine Waffen haben dürfen, sind dagegen fast wehrlos, besonders Frauen, Kinder und Zivilisten, deren Tötung dann als „unbeabsichtigter Kollateralschaden im Kampf gegen die Terroristen“ bezeichnet wird. Weiterlesen

Wie Israel das Völkerrecht auslegt

In den folgenden offiziellen Dokumenten der israelischen Regierung wird deutlich wie nie zuvor, wie Israel das Völkerrecht auslegt. Israel denkt über alles Mögliche nach, aber nicht über Frieden, Verständigung und die Möglichkeit eines palästinensischen Staates auf okkupiertem Land. 

Der israelische Staatssekretär Yossi Fuchs legte ein detailliertes Positionspapier der israelischen Regierung zum rechtlichen Status des besetzten Westjordanlandes vor, in dem er bestreitet, dass das Gebiet besetzt ist und behauptet, dass Israel das Recht hat, das Gebiet zu annektieren. Das Völkerrecht anerkenne das Recht des Staates Israel, das gesamte Gebiet zu kontrollieren und dort Siedlungen zu bauen. Weiterlesen

Israel hat kein Recht auf Selbstverteidigung für seine Besatzung

Heute in Mondoweiss: von  Mitchell Plitnick July 6, 2023
Link: https://mondoweiss.net/2023/07/israel-does-not-have-a-right-to-self-defense-for-its-occupation/
Hier einige Auszüge:

Israels „Recht auf Selbstverteidigung“ wird von seinen Befürwortern ständig beschworen, aber nach internationalem Recht kann Israel nicht gleichzeitig palästinensisches Land besetzen und es als „fremde“ Bedrohung angreifen oder diejenigen, die Widerstand leisten, als feindliche Kämpfer behandeln. Weiterlesen

Punitive Hauszerstörungen

Mondoweiss berichtet in einem Artikel über Israels Politik der punitiven Hauszerstörungen. Zur Erklärung: Die punitiven Hauszerstörungen, also Hauszerstörungen als Strafe, machen nur 1% aller Hauszerstörungen aus (!), zeigen aber die Brutalität mit der das Besatzungsregime jede Art von Widerstand ersticken will. ICAHD hat über Hauszerstörungen allgemein folgende Informationen gesammelt: ICAHD schätzt, dass etwa 52.000 palästinensische Häuser in der Naqba zerstört wurden und weitere 56.500 in den besetzten Gebieten seit 1967. (https://icahd.org/2022/09/23/statistics-on-house-structure-demolitions-november-1947-august-2022/ )
ICAHD berichtet monatlich über alle Hauszerstörungen unter https://icahd.org/2020/03/14/monthly-demolition-and-displacement-reports/ Weiterlesen

Liebe Israel/Palästina Interessierte,

Vor 1 Jahr starb die Journalistin Shireen Abu Akleh. Die Sendung Monitor hat den Fall untersucht und einen äußerst kritischen Bericht erstellt.: https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-tod-einer-journalistin-warum-starb-shireen-abu-akleh-100.html

Die jüdische Stimme hat in einer Stellungnahme zur Kundgebung am Oranienplatz am 20.05.2023 einige falsche Aussagen der Polizei und der Medien richtiggestellt: https://juedische-stimme.de/stellungnahme-zur-kundgebung-am-oranienplatz-am-20.05.2023 Weiterlesen

Palästina und die deutsche Schuld

 

Mahnwache vor dem Dom

Der 20. Mai 2023 als Lehrstück: Der palästinensischen Leiderfahrung kann in Deutschland anscheinend nicht angemessen gedacht werden.

Einige jüdische Aktivisten aus Berlin hatten zu für Samstag, den 20. Mai, zu einer Kundgebung auf dem Oranienburger Platz in Berlin-Kreuzberg aufgerufen, um Solidarität mit Palästinensern und ihren Anliegen auszudrücken.

Sie erklärten, dass sie sich sorgen, wenn deren Gedenken an die „Nakba“ genannte Vertreibungen im Zuge des israelischen Gründungskrieges von deutscher Staatsseite unterbunden wird. Die Nakba verweist auf die Anfangszeit Israels und des Israel-Palästina-Konflikts. Weiterlesen

Mit Gewalt enteignet und aus Palästina vertrieben – der persönliche Rückblick eines Betroffenen

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