„Apartheid gegen die Palästinenser*innen und Forderungen von Amnesty International“

Amnesty International hat einen neuen Bericht zu Israel/besetzte palästinensische Gebiete herausgebracht. Der Staat Israel hat ein System der Unterdrückung gegen Palästinenser*innen aufgebaut. Diese Menschenrechtsverletzungen erfüllen den Tatbestand der Apartheid, die nach internationalem Recht ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt.

Wo immer der Staat Israel Kontrolle über die Rechte von Palästinenser*innen hat, werden diese systematisch unterdrückt und diskriminiert. Dies gilt für Palästinenser*innen in den besetzten palästinensischen Gebieten (einschliesslich Ostjerusalem), im Staat Israel sowie für geflüchtete Palästinenser*innen in anderen Ländern. Amnesty International kommt zum Schluss, dass diese Menschenrechtsverletzungen Teil eines systematischen und breit angelegten Angriffs gegen die palästinensische Bevölkerung sind und in der Absicht begangen werden, das System der Unterdrückung aufrechtzuerhalten. Damit erfüllen sie den Tatbestand der Apartheid, die nach internationalem Recht verboten ist. Weiterlesen

Sarah El Bulbeisi: Tabu, Trauma und Identität. Subjektkonstruktionen von PalästinenserInnen

Sarah El Bulbeisi: Tabu, Trauma und Identität. Subjektkonstruktionen von PalästinenserInnen in Deutschland und der Schweiz

Vortrag mit anschließender Diskussion
Am Donnerstag, 27. Januar 2022. Ort: ZOOM-Veranstaltung (online)

Sarah El Bulbeisi ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Orient-Institut Beirut (OIB), wo sie nach ihrer Promotion am Institut für Nah- und Mitteloststudien der LMU München seit November 2019 arbeitet. Vor dem OIB koordinierte sie das DAAD-Projekt „Violence, Forced Migration and Exile: Trauma in der arabischen Welt und in Deutschland“, einen Hochschuldialog zwischen palästinensischen und libanesischen Universitäten sowie mit der LMU München. Weiterlesen

„Die Antisemitismus-Debatte ist eine fehlgeleitete, hysterische Pein“

Ausriss aus Die Zeit-online v. 26.01.2022

Eva Menasse ist eine der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen. Sie ist geboren in Wien und lebt heute in Berlin. Für ihren aktuellen Roman „Dunkelblum“ erhielt sie 2021 den Bruno-Kreisky-Preis.

Ganz offenbar ist ihr jetzt der Kragen geplatzt. Warum? Darüber hat sie in der Zeit v. 27. Januar einen wütenden Artikel geschrieben, der – hoffentlich! – seine Kreise ziehen wird. Und hoffentlich viele Leserinnen und Lesern und dazu einige Leute in der Politik und in den Medien darauf aufmerksam machen wird, dass in der Diskussion um Israel, Palästina und die richtige Art der Antisemitismusbekämpfung in Deutschland einiges schief läuft. Weiterlesen

Die neuesten Infos für Israel/Palästina-Interessierte

1. Unser nächster ZOOM-Vortrag: Do., 27.1. 19 Uhr: Tabu, Trauma und Identität: PalästinenserInnen in Deutschland und in der Schweiz. Vortrag mit anschließender Diskussion. Nähere Infos hier.

2.
Ein Sieg für die Meinungsfreiheit! Wie zu erwarten war,  erklärt das Bundesverwaltungsgericht den Beschluss des Münchner Stadtrats, eine Veranstaltung zur Diskussion um  BDS zu verbieten, für rechtswidrig. Damit hat nun ein Bundesgericht entschieden, dass Kommunen Veranstaltungen zum Thema BDS nicht verbieten dürfen. Das wäre ein unerlaubter Eingriff in die grundgesetzlich garantierte Meinungsfreiheit. Hierzu ein Kommentar von Arn Strohmeyer.

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Offener Brief an Baerbock – Protest gegen das Verbot von sechs palästinensischen NGOs

 
Der Sprecher:innenkreis der LAG FIP NRW der LINKEN hat einen Brief an Außenministerin Baerbock geschrieben 

Hier der Aufruf:

Die Landesarbeitsgemeinschaft Frieden und Internationale Politik der Partei Die Linke in NRW hat einen offenen Brief an Außenministerin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) geschrieben und protestiert darin gegen die Einstufung von sechs palästinensischen Nichtregierungsorganisationen als »Terrorgruppen«. Darin heißt es:

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Israel tötete 319 Palästinenser im Jahr 2021. Wieso wird Mahmoud Abbas als Terrorist beschimpft?

In der Haaretz schrieb Gideon Levy am 2. Tag des neuen Jahre 2022 einen Artikel mit dem Titel: „Israel Killed 318 Palestinians in 2021. How Is Mahmoud Abbas the Terrorist?“ (leider hinter einer Bezahlschranke)

Hier einige Auszüge in deutscher Übersetzung:

Wir schreiben das Jahr 2022. Und immer noch gibt Israelis auf Seiten der Rechten, die etwas dagegen haben, mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas zu sprechen. Er ist ein Terrorist, sagen sie. Wir schreiben das Jahr 2022, und immer noch gibt es Menschen in Israel, die diese grundlose und lächerliche Behauptung ernsthaft vertreten. Es ist wohl zwecklos, noch mit ihnen zu sprechen. Weiterlesen

Israel, Südafrika und die Apartheid – Anmerkungen zum Tod von Desmond Tutu

Desmond Tutu – Kirchentag Cologne 2007 (7137).jpg – Wikimedia Commons commons.wikimedia.org

Der in der ganzen Welt bekannte und geachtete Erzbischof, Menschenrechtler, Anit-Apartheid-Kämpfer, Weggefährte von Nelson Mandela und Träger des Friedensnobelpreises ist am 2. Weihnachtstag im Alter von 90 Jahren gestorben. Die Medien der Welt berichteten über seinen Tod. Für sie gehört er mit Nelson Mandela und Frederik de Klerk zu den großen Männern der Geschichte, die die Apartheid in Südafrika überwunden haben und denen es zu verdanken ist, „dass das Land den Übergang vom Unrechtssystem der Apartheid zu einer Demokratie mit gleichen Rechten für alle weitgehend geschafft hat“, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung in einem Kommentar vom 26. Dezember 2021. Weiterlesen

Sarah El Bulbeisi: Tabu, Trauma und Identität. Subjektkonstruktionen von Palästinenserinnen in Deutschland und der Schweiz, 1960-2015

Buchrezension: Dr. Detlef Griesche, Dez. 2021

Dieses auf der Basis einer Promotion entstandene Buch füllt in zweierlei Hinsicht eine Lücke in der Literatur zu Palästina/ Israel aus. Es werden zum einen im Gegensatz zu den meisten bekannten Studien und Publikationen, die vor allem die Situation und die Probleme in Palästina und Israel behandeln, sowie die Diskussion über Antisemitismus und BDS in Deutschland, die Probleme von Jugendlichen mit palästinensischem Migrationshintergrund in Deutschland und der Schweiz erforscht und zum zweiten wird damit verbunden ein Beitrag zu psychotherapeutischen Fragen von grundsätzlicher Bedeutung für Jugendliche mit Migrationshintergrund angesichts ihrer von Vertreibung und Unterdrückung geprägten Familiengeschichten ganz allgemein geleistet. Weiterlesen

Susann Witt-Stahl: „Zeit der Verleumnder“ – zur Rechtsentwicklung der Antisemitismusdebatten

Susann Witt-Stahl: Zeit der Verleumder. Zur Rechtsentwicklung der Antisemitismusdebatten und Instrumentalisierung des Holocausts

Vortrag mit anschließender Diskussion
Am Donnerststag, den 9. Dezember. 2021; Um: 19.00 Uhr;
Ort: ZOOM-Veranstaltung (online)

»Der Rechtstrend in der westlichen Welt hat bizarre Erscheinungsformen. Linke werden als ›Nazis‹, jüdische Antifaschisten als ›Verräter‹ diffamiert«, hieß es in einem Aufruf zu einer Konferenz mit dem Titel »Zur Zeit der Verleumder« – in Anlehnung an ein Gedicht des österreichischen Schriftstellers Erich Fried. Am 10. Februar 2018 waren deutsche, israelische, palästinensische, britische und US-amerikanische Wissenschaftler, Publizisten, Künstler und politische Aktivisten in Berlin zusammengekommen und hatten vor rund 250 Besuchern die ideologische Instrumentalisierung von Juden, dem Judentum und der jüdischen Katastrophe für die Legitimierung von rechter Machtpolitik, Antikommunismus, Geschichtsrevisionismus und (antimuslimischem) Rassismus analysiert. Weiterlesen

Sechs NGOs in Israel zu „Terrororganisationen“ erklärt

Israel erklärte im Oktober 2021 sechs einflussrieche palästinensische Nichtregierungsorganisationen zu „Terrororganisationen“, was einem Quasi-Verbot gleichkommt. (wir berichteten hier) Betroffen von der Einstufung sind

  • die Union der palästinensischen Frauenkomitees (UPWC),
  • Addameer,
  • Al-Hak,
  • die Union der Komitees für landwirtschaftliche Arbeit (UAWC),
  • das Bisan-Zentrum für Forschung und Entwicklung sowie
  • die palästinensische Sektion von Defense for Children International (DCI-P).

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