Hintergründe, Ziele und Methoden. In Deutschland löst der Umgang mit der BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen) heftige Reaktionen und Kontroversen aus, die auch die politische Linke betreffen. Während der Deutsche Bundestag den Beschluss «Der BDS-Bewegung entschlossen entgegentreten – Antisemitismus bekämpfen» im Mai 2019 mit großer Mehrheit verabschiedet hat, erfährt die Kampagne breite Unterstützung in der palästinensischen Zivilgesellschaft, in diversen politischen Diskursen im globalen Süden, an US-amerikanischen Universitäten sowie in vielen anderen Ländern und findet Anklang bei Teilen der israelischen Friedensbewegung. Allerdings ist auch in progressiven Kreisen eine zunehmend kritische Haltung zu BDS vernehmbar, etwa im Vereinigten Königreich. Weiterlesen
Archiv der Kategorie: allgemein
Israel Completes Vast, Billion-dollar Gaza Barrier
Die Sperranlage (Barrier) an der Land- und Seegrenze zu Gaza wird als das „komplexste Projekt“ bezeichnet, das in Israel je gebaut worden ist. Wie Haaretz v. 07.12.2021 berichtet, hat der Bau dreieinhalb Jahre gedauert und stellt eine Sperre über die gesamte Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen dar.
Die Schutzanlage ist 65 Kilometer lang, und der Bau kostete über eine Milliarde US-Dollar. Die Barriere verfügt über eine mit Sensoren ausgestattete unterirdische Wand, einen sechs Meter hohen oberirdischen Zaun und eine Barriere auf See mit Überwachungsgeräten. Darüber hinaus umfasst die Sperranlage ferngesteuerte Waffensysteme und eine Reihe von Radarsystemen mit Kameras, die das gesamte Territorium des Gazastreifens abdecken.
Mehr dazu: Haaretz v. 07.12.2021
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DPG: Stellungnahme der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft e.V. zur Koalitionsvereinbarung der neuen Ampelregierung ab Dezember 2021
Rundbrief Dezember I 2021Deutschland enttäuscht schon wieder… Die neue deutsche Nahostpolitik
„Die Sicherheit Israels ist für uns Staatsräson. Wir werden uns weiter für eine verhandelte Zweistaatenlösung auf der Grundlage der Grenzen von 1967 einsetzen. Die anhaltende Bedrohung des Staates Israel und den Terror gegen seine Bevölkerung verurteilen wir. Wir begrüßen die begonnene Normalisierung von Beziehungen zwischen weiteren arabischen Staaten und Israel. Wir machen uns stark gegen Versuche antisemitisch motivierter Verurteilungen Israels, auch in den VN (Vereinten Nationen). Einseitige Schritte erschweren die Friedensbemühungen und müssen unterbleiben. Von der palästinensischen Seite erwarten wir Fortschritte bei Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten. Dies gilt ebenso für den Verzicht auf jede Form von Gewalt gegen Israel. Wir fordern den Stopp des völkerrechtswidrigen Siedlungsbaus.“ (Auszug Koalitionsvertrag 11/2021) Weiterlesen
Jeff Halper: „Decolonizing Israel, Liberating Palestine“
Jeff Halper, der Direktor des ICAHD, beschreibt in diesem Aufruf, warum es wichtig ist, das Buch „Decolonizing Israel, Liberating Palestine“ aus dem Englischen ins Arabische zu übersetzen.
Es ist von großer Bedeutung, dass Texte und Bücher mit antikolonialen Inhalten ins Arabische übersetzt werden. Weil es der Solidaritätsbewegung und dem gemeinsamen Kampf für die Schaffung einer echten Demokratie im historischen Palästina sehr helfen würde. Das gilt auch umgekehrt. Übersetzungen von Texten und Büchern palästinensischer und arabischer Autoren ins Englische bzw. Hebräische sind ebenfalls selten. Nur wenn mehr politische Texte übersetzt werden und allgemein zugänglich sind, wird der Wunsch der Palästinenser nach Freiheit und nach einer neuen Gesellschaft begreifbar und wahrgenommen. Weiterlesen
Helga Baumgarten: Kein Frieden für Palästina. Der lange Krieg gegen Gaza. Besatzung und Widerstand
Ein neues Buch zu den Hintergründen des Mai-Kriegs.
Helga Baumgarten, Kein Frieden für Palästina. Der lange Krieg gegen Gaza. Besatzung und Widerstand, Wien: Promedia 2021. ISBN: 978-3-85371-496-6
Am 12. Mai dieses Jahres wurde Helga Baumgarten, emeritierte Professorin der Universität Birzeit, im ZDF-Mittagsmagazin zu den seinerzeit laufenden Auseinandersetzungen zwischen Israel und den Palästinensern interviewt. Sie wies erstens – langfristig – auf die schon mehr als 50 Jahre dauernde Besatzung mit ihrer ständigen Unterdrückung und Einzwängung der Palästinenser durch die Besatzungsmacht und den daraus resultierenden Groll und zweitens auf den unmittelbaren Anlass hin: die Sperrung des Areals vor dem Damaskustor ausgerechnet im Ramadan und die israelischen Angriffe auf den Tempelberg mit seinen islamischen Heiligtümern. Weiterlesen
Iris Hefets: „Aktuelle Formen des Rassismus in Israel“ – Koloniale Verhältnisse zwischen Juden und Palästinensern
Eine Zoom-Veranstaltung, Vortrag mit anschließender Diskussion, am 16. November 2021. Iris Hefets ist Vorstandsmitglied der „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.“
Das Verhältnis zwischen Juden und Palästinensern in Israel wird immer öfter als ein koloniales Verhältnis beschrieben. Aber auch innerhalb der jüdischen Gesellschaft existieren vielfältige – auch offen rassistische – Diskriminierungen. Gemeint ist hier das Verhältnis zwischen ashkenasischen mizrachischen Juden. Iris Hefets Familie stammt aus Marokko, also aus einem arabischen Land mit einer arabischen Kultur. Weiterlesen
Wir trauern um Rolf Verleger
Wir trauern um unseren Freund und Mitstreiter Rolf Verleger. Er war häufig bei uns in Bremen zu Gast. Wir, der AK Nahost Bremen und das Nahost-Forum-Bremen haben ihm viel zu verdanken. Noch am 4. September, auf einer sehr gut besuchten Zoom-Veranstaltung, referierte er bei uns über Zionismus, Kolonialismus und die Gründung Israels und erzählte uns, unvergesslich mit seiner leisen, ruhigen, freundlichen und eindringlichen Stimme, vom Schicksal seiner jüdischen Großfamilie im 18., 19., 20. und 21. Jahrhundert.
Rolf Verleger lehrte Neuropsychologie an der Universität Lübeck und war als Vertreter Schleswig-Holsteins von 2005 bis 2009 Mitglied im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland. 2006 verfasste er eine viel beachtete Petition für einen lebensfähigen Staat Palästina neben Israel und ein Aufsehen erregendes Buch „Der Irrweg Israels – eine jüdische Sicht“. Das Aufsehen in den Medien und der Politik führte nicht nur zur Popularität, sondern war der Beginn von Anfeindungen seitens der offiziellen jüdischen Organisationen, die die völkerrechtswidrige Politik Israels eher weniger hinterfragte. Weiterlesen
Zur Debatte über die Singularität des Holocaust und den Kolonialismus
Vorbemerkung: Ist der Holocaust singulär? Ist es ein Sakrileg, den Judenmord durch die Deutschen mit anderen Genoziden in der Geschichte zu vergleichen? Ist der Rassismus und die Apartheid-Politik in Israel ein Erbe bzw. eine Weiterführung des westlichen Kolonialismus? Diese Fragen werden zur Zeit in den Medien intensiv diskutiert. Einen guten Überblick über die Debatte mit vielen weiteren Verweisen veröffentlichte die Berliner Zeitung am 30.10.2021 in einen Artikel von Alon Confino, Amos Goldberg und Raz Segal mit dem Titel „Israelische Historiker: Kontextualisierung ist noch kein Schlussstrich“. Der Abdruck auf unserer Webseite erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.
Sönke Hundt Weiterlesen
IPPNW: „Menschenrechtsarbeit darf nicht kriminalisiert werden!“
IPPNW-Pressemitteilung vom 29. Oktober 2021
Terrorismusvorwurf gegen palästinensische Menschenrrechtsorganisationen
Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW hat Bundesaußenminister Maas aufgefordert, sich gegenüber seinem israelischen Amtskollegen gegen die Kriminalisierung und für eine sofortige Rehabilitierung palästinensischer Menschenrechtsgruppen einzusetzen. Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz hat sechs palästinensische Menschenrechtsgruppen zu „terroristischen Organisationen“ erklärt. In dem Erlass des Verteidigungsministeriums werden die Gruppen ohne jegliche Beweise beschuldigt, „als Arm der Volksfront für die Befreiung Palästinas“ zu fungieren, einer linken politischen Partei, die von Israel, den USA und der EU wegen ihrer Ablehnung des Oslo-Abkommens als terroristisch eingestuft wurde. Weiterlesen
Gegen die Kriminalisierung von Zivilgesellschaft
Gegen Kriminalisierung von Zivilgesellschaft
Neuer Militärbefehl in Israel kriminalisiert palästinensische Menschenrechtsarbeit
pax christi fordert die Bundesregierung auf, sich bei der israelischen Regierung für palästinensische Menschenrechtsorganisationen einzusetzen.
Die deutsche Sektion der internationalen katholischen Friedensbewegung pax christi verurteilt scharf die Klassifizierung von sechs palästinensischen Menschenrechtsorganisationen als „terroristische Organisationen“ und sieht darin den Versuch einer Kriminalisierung der Menschenrechtsarbeit in den von Israel seit 1967 besetzten palästinensischen Gebieten. Weiterlesen