Karin Wetterau: Neuer Antisemitismus? Interview, Vortrag, Diskussion

Karin Wetterau hat ein aufregendes Buch über ein brisantes Thema geschrieben: Gibt es einen neuen israelbezogenen Antisemitismus? Wo verläuft die rote Linie zwischen legitimer Kritik an israelischer Politik und Antisemitismus? Wer entscheidet über den Ausschluss aus dem öffentlichen Diskurs und dem deutschen Kultur- und Wissenschaftsbetrieb? Der langjährige Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, Wolfgang Benz, führt in seinem Vorwort in grundlegende Aspekte des Themas ein.

Aus der Zoom-Veranstaltung mit der Autorin am 23. März 2021 sind zwei Videos entstanden und bei Weltnetz.tv freigeschaltet.

  1. Neuer Antisemitismus? Karin Wetterau im Interview mit Detlef Griesche (38 min)
    https://youtu.be/X2ubuM19UNw
  2. Karin Wetterau: Neuer Antisemitismus? Vortrag und Diskussion (1h 10min)
    https://youtu.be/FcmsECIPXGc

Die youtube-Videos können gern weiter verbreitet werden.

Norman Paech: Das Elend der deutschen Nahostpolitik

Frieden zwischen Israel und den arabischen Staaten – Frieden mit den Palästinensern?

Ausgangspunkt des Vortrages ist der vor kurzem abgeschlossene Vertrag Israels mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und eine damit verbundene Abkehr des 2002 von den Arabischen Staaten vorgeschlagenem Friedens-Vorschlag für Palästina/ Israel. Welche Handlungsmöglichkeiten verbleiben den Palästinensern? Welche Rolle könnte bzw. sollte die deutsche und die EU-Außenpolitik spielen. In diesem Zusammenhang wird auch die sich zuspitzende Alternative in der Diskussion um die Zukunft in Palästina/Israel eine Rolle spielen: ist die lange angestrebte Zweistaatlichkeit nur noch eine rhetorische Formel? Welche Perspektiven ergeben sich aus den Vorschlägen für eine Ein-Staat-Lösung? Weiterlesen

(Über)Leben zwischen Trauma und Hoffnung – Aktueller Bericht aus Gaza unter Coronabedingungen – Vortrag von mit Abed Schokry mit anschließender Diskussion

Zoom-Meeting am 26. Januar 2021, 19 Uhr, mit 100 Teilnehmern und reger Diskussion. Dr. Abed Schokry hat in Deutschland studiert und lebt als Dozent an der Universität in Gaza. Von dort berichtet er seit ein paar Jahren regelmäßig über das tägliche (Über)Leben in diesem „Freiluftgefängnis“, für das Israel die politische und moralische Verantwortung trägt und das die westliche Welt weiterhin einfach toleriert. Weiterlesen

„Dein Reich komme“: Die Evangelikalen und der Nahostkonflikt

René Wildangel, Historiker und bis 2015 Leiter des Regionalbüros der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah, hat in www.Quantara.de eine ausführliche Besprechung / Empfehlung über den Dokumentarfilm „Til Kingdom Come“ der israelischen Regisseurin Maya Zinshtein geschrieben. Über den Film wurde ausführlich am 3. November 2020 im NDR-Fernsehen berichtet (kann in der ARD-Mediathek hier angesehen werden) Ebenso aufschlussreich wie erschreckend. Weiterlesen

Jews Step Forward – ein Video über Bewusstseinsveränderung

In dem Film „Jews step forward“ (in englischer Sprache) von 2015 berichten Jüdinnen und Juden, was ihnen in ihrer Jugend über Israel erzählt wurde und wie sie sich später von den Mythen und falschen Ideologien befreiten, die dieses Israelbild beinhaltete, und so zu Kritiker_innen Israels wurden. Da der Film kurz nach den Bombenangriffen auf Gaza gedreht wurde, enthält er manchmal schwer zu ertragende Bilder von Leichen, darunter viele Kinder. Es ist immer ein sehr schwieriges und mutiges Unterfangen, sich von althergebrachten Überzeugungen zu lösen und durch eigenes Forschen zu neuen Einstellungen zu gelangen. Das wird hier deutlich.

Israel – ein Apartheidstaat

Wenn Israel mit den geplanten Annexionen tatsächlich beginnt (beginnen sollte), wird es auch formaljuristisch, was es de facto längst ist: ein Apartheidstaat. Der Vorwurf, den Israel stets zurückgewiesen hat, wiegt schwer; Apartheid ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Israel ist dann kein Rechtsstaat mehr und eine Demokratie nur noch für einen Teil seiner Bevölkerung. Weiterlesen

Das zionistische Israel und die Annexionsfrage

Israel und die Palästina-Frage – die Hintergründe des Konflikts für die ganze Region Naher Osten.

Gast: Dr. Tamar Amar-Dahl / IPG-Journal der F.-Ebert-Stiftung zu Annexion / Proteste von Guterres und EU / Pax Christi / Kairos Europa

Die israelisch-deutsche Zeithistorikerin Dr. Tamar Amar-Dahl befasst sich mit der Geschichte des modernen Israel und dessen zionistisch-orientierter politischer Kultur. Weiterlesen

Israel: wird es die Annexion wagen? – Detlef Griesche, Clemens Messerschmid und Sönke Hundt diskutieren

Wird Israel es tatsächlich wagen, wie angekündigt am 1. Juli 2020 mit der Annexion großer Teile Palästinas zu beginnen? Die Unterstützung der USA ist sicher, aber was ist mit den übrigen Ländern der westlichen Wertegemeinschaft und der jahrelang propagierten Zwei-Staaten-Lösung? Was macht eigentlich den Unterschied aus zwischen dem bisherigen Besatzungsregime und einer Annexion? Wird es zu einer Vertreibungswelle wie schon zur Zeit der Nakba 1947 – 1949 kommen? Wie werden die Palästinenser reagieren, die (a) im jetzigen Israel und (b) in den jetzt noch besetzten Gebieten leben? Weiterlesen

„Palestinian Lives Matter“ – Protest gegen Annexionspläne

Bernie Sanders in einen Grußwort an die Demonstranten auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv

 

Wie der Weserkurier von heute (08.06.2020) berichtet, haben Gegner möglicher Annexionen Israels im besetzten Westjordanland am Sonnabend auf dem Rabin-Platz im Zentrum Tel Avivs gegen die Pläne der israelischen Regierung protestiert, die Annexion der jüdischen Siedlungen und des Jordantals im Westjordanland voranzutreiben. Auf zahlreichen Transparenten wurde Solidarität mit den Palästinensern zum Ausdruck gebracht. Die neue israelische Regierung unter Führung von Ministerpräsident Netanjahu will – in Übereinstimmung mit US-Präsident Trump – konkrete Schritte im Westjordanland möglicherweise schon im Juli vollziehen. Bereits in den Wochen vor der Vereidigung der Regierung hatte es in Tel Aviv am Wochenende regelmäßig Proteste gegeben. Weiterlesen

Sie wollten nicht schweigen: Norbert Blüm und Ulrich Kienzle

 

Mit Trauer haben wir vom Tod von Norbert Blüm und Ulrich Kienzle erfahren. Zu recht werden sie in vielen Nachrufen geehrt. Wir möchten daran erinnern, dass sie sich mit klaren Worten (wie es ihre Art war) auch zum Israel-Palästina-Konflikt geäußert haben. Hier der Ausschnitt aus einer Sendung vom 17. März 2009. Es wäre heute unvorstellbar, dass sich einer der bekanntesten Journalisten und einer der bekanntesten Politiker in einer Talkshow der ARD („Hart aber Fair“) zur besten Sendezeit vor einem Millionen-Fernseh-Publikum derart engagiert zum Schicksal der Palästinenser äußern würden und könnten!