
Arn Strohmeyer, Journalist und Buchautor
Arn Strohmeyer, der bekannte Bremer Journalist und Buchautor, hat am 9. März 2023 auf Einladung des Nürnberger Evangelischen Forums für den Frieden (neff) in Nürnberg in einem Vortrag sein Buch „Falsche Loyalitäten. Israel, der Holocaust und die deutsche Erinnerungspolitik“, erschienen im Promedia Verlag Wien, vorgestellt. Wie er dort erfuhr, hatten gewisse Kreise schon vorher versucht, seinen Vortrag zu verhindern, was ihnen aber nicht gelang. Im Anschluss hat ein offensichtlich „aufmerksamer“ Zuhörer Anzeige wegen „Volksverhetzung“ gegen Strohmeyer erstattet. Er wurde von der Politischen Polizei in Bremen vorgeladen und hat am 27.06.2023 die Vorladung bei der Polizei wahrgenommen. Sie informierte ihn über den Inhalt der Anzeige.
Die Vorwürfe:
- Strohmeyer hätte in seinem Vortrag referiert, dass nicht nur Juden Opfer unter dem Nationalsozialismus gewesen seien.
- Strohmyer hätte behauptet, dass Israel sich auf den Holocaust berufe, um unter diesem Deckmantel die Palästinenser zu unterdrücken.
PROTESTE IN ISRAEL. Tausende demonstrieren gegen die Justizreform. Dabei liegt die größere Gefahr für die Demokratie in der Politik im Westjordanland
Erneut wird eine Persönlichkeit in Deutschland, die sich kritisch mit der israelischen Besatzungspolitik auseinandersetzt, durch eine von der israelischen Botschaft initiierten medialen Kampagne als „Antisemitin“ diffamiert und beleidigt. Aber diesmal trifft es keine Aktivist*in, die zu BDS oder zu Nakba-Demonstrationen aufruft, keine Menschenrechtsaktivist*in, die die Besatzungpraxis – zu Recht – als Apartheid bezeichnet, sondern eine renommierte Politologin und Nahostexpertin: Dr. Muriel Asseburg von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), einem deutschen Thinktank, der auch das Kanzleramt und die Bundesregierung politisch berät. Hintergrund der Kampagne ist ein zweieinhalbstündiges Interview, in dem Frau Asseburg dem Sender Jung&Naiv die Situation der Palästinenser unter dem Besatzungregime sowie mögliche Folgen der Neuausrichtung der israelischen Politik unter der neuen rechtsradikalen Regierung analysiert.
Die palästinensische Autorin Adania Shibli hat für ihren Roman „Eine Nebensache“ den LiBeraturpreis 2023 erhalten. Dies gab der Verein Litprom in Frankfurt am Main bekannt. Das im Berliner Berenberg Verlag erschienene Buch handelt von der Vergewaltigung und Ermordung eines Beduinenmädchens durch israelische Soldaten in der Negev-Wüste 1949 und der Aufklärung des Verbrechens durch eine junge Frau Jahrzehnte später. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis wird voraussichtlich am 20. Oktober zur Frankfurter Buchmesse verliehen.