Pfeifen im Walde. Knesset debattiert »Nationalitätsgesetz«

Gastkommentar von Moshe Zuckermann

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu unterstützt, wie berichtet, das von rechtsradikalen Mitgliedern seiner Partei vorgelegte »Nationalitätsgesetz«, ein Gesetz »zur Stärkung des jüdischen Charakters Israels«. Dessen antidemokratischen Charakter darf man ohne Überraschung registrieren. What else is new? mag man sich angesichts der in den letzten Jahren in allen Bereichen des öffentlichen Lebens zunehmenden Demokratieschwächung Israels samt dem im Land grassierenden Alltagsrassismus fragen. Weiterlesen

Terror ohne Ende im heiligen Land?

Der Angriff auf eine Synagoge in Ost-Jerusalem ist keineswegs die einzige Attacke auf ein Gotteshaus. Der erste Terrorist dieser Art war der Siedler Baruch Goldstein

Am 25.Februar 1994 verübte der in Brooklyn geborene, in der israelischen Siedlung Kyriat Arbaa wohnende Jude Baruch Goldstein im Grab der Patriarchen in Hebron (das zum Teil auch eine Moschee ist) ein Attentat auf betende Muslime und  erschoß  29 von ihnen, 150 wurden verletzt. Goldstein selbst wurde von Überlebenden des Massakers getötet. Weiterlesen

ICAHD: „Israel säht Verzweiflung und sinnlose Gewalt“

Eine Stellungnahme des Israelischen Komitees gegen Hauszerstörungen (ICAHD) vom 18.11.2014

Die ‘zionistische Antwort’ auf die Abwärtsspirale sinnloser Gewalt, in der sich Jerusalem zur Zeit befindet, lautet: Hauszerstörungen, Massenverhaftungen, Widerrufung des Aufenthaltsrechts eingeborener Jerusalemer, Abriegelung palästinensischer Viertel mit Betonblocks, Bewaffnung jüdisch-israelischer Milizen, und Bemerkungen unterhalb der Gürtellinie für den Letzten, der noch an eine Zwei-Staaten-Lösung glaubt, Abu Mazen. Sie versuchen alles, nur nicht die Beendigung der Besatzung und eine gerechte politische Lösung. Weiterlesen

Deutsche Häuserkämpfer in Israel

Nach einem Bericht in der November/Dezember-Ausgabe 2014 der „Deutschen Militärzeitschrift“ (DMZ) Nr. 102 sollen bis zu 250 Soldaten der Bundeswehr in Israel für den Häuserkampf ausgebildet werden. Die DMZ beruft sich in ihrer Meldung auf eine entsprechende Mitteilung des Heeres-Inspekteurs Bruno Kasdorf an den Vorsitzenden des Bundestag-Verteidigungsausschusses. Karsten Herold, der Autor der DMZ-Meldung, schreibt: „Der Bundeswehr dürfte es hinsichtlich der Ausbildung in Israel besonders darum gehen, von den umfangreichen praktischen Erfahrungen der Israelis zu lernen.“ Weiterlesen

Palästina Solidaritätspreis geht an Ingrid Rumpf (Organisatorin der NAKBA-Ausstellung)

Ingrid Rumpf bei der Eröffnung der Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreitung der Palästinenser 1948“ in Köln am 15.06.2012. Foto: Arbeiterfotografie

Zum zweiten Mal wird der Palästina Solidaritätspreis am 23.11.2014 in Bonn verliehen, und zwar in diesem Jahr an Ingrid Rumpf. Mit diesem Preis würdigt die Jury ihren  langjährigen Einsatz für Flüchtlingskinder im Libanon. Zudem  leistete Frau Rumpf eine großartige Arbeit mit der von ihr konzipierten und durchgeführten NAKBA-Ausstellung. Mit dieser hervorragenden Ausstellung trug sie in ganz besonderer Weise dazu bei, dass eine breite Öffentlichkeit  sich ein Bild über die Geschichte des palästinensischen Volkes machen konnte und für die aktuelle politische Lage sensibilisiert wurde. Dies ist eine grundlegende Bedingung um Verständnis für die Situation der  Palästinenser zu erhalten und somit für die Solidarität mit Palästina zu werben. Weiterlesen

Die Linkspartei hält es lieber mit den Verletzern des Völkerrechts

Die „Affäre“ um die beiden jüdischen Intellektuellen Sheen und Blumenthal belegt nur die Unfähigkeit dieser Partei, die nahöstlichen Realitäten wahrzunehmen

Arn Strohmeyer

Eine linke Partei sollte sich eigentlich dadurch auszeichnen, dass sie eine klare Analyse realer gesellschaftlicher Verhältnisse vornehmen kann und sich dabei nicht durch ideologische Vorwände und Interessen blenden lässt. Was ja heißt: die politische Realität so wahrzunehmen, wie sie ist. Weiterlesen

Jeff Halper: Primitive Rache – die Zerstörung palästinensischer Häuser als Strafmaßnahme

Israel stellt sich gerne als liberale westliche Demokratie dar, genaugenommen als einzige Demokratie im Nahen Osten. Was eine Demokratie kennzeichnet ist die Rechtsstaatlichkeit und diese ist Millionen von Palästinensern routinemäßig verwehrt, die seit 47 Jahren unter israelischer Kontrolle leben. Israels Politik der Hauszerstörungen – ungefähr 48 000 Häuser sind seit Beginn der Besatzung 1967 zerstört worden – ist eine zynische Beugung des Rechts für politische Zwecke. Israels „zivile Verwaltung“, wie die Militärregierung in den besetzten Gebieten arglistig genannt wird, Weiterlesen

Amnesty International: „Israel verhindert Aufklärung von möglichen Kriegsverbrechen in Gaza“

18‘000 zerstörte Häuser und mehr als 1500 getötete Zivilistinnen und Zivilisten: Das ist die bittere Bilanz der Operation «Protective Edge» der israelischen Streitkräfte vom Juli und August 2014. In einem am 5. November 2014 veröffentlichten Bericht dokumentiert Amnesty International detailliert acht Fälle, in denen von zahlreichen Familien bewohnte Gebäude ohne jede Vorwarnung bombardiert worden sind. Amnesty-Delegierten wurde die Einreise in den Gazastreifen nicht erlaubt, und jede Zusammenarbeit mit der Untersuchungskommission der Uno wird verweigert. Weiterlesen

Warum für Israel Frieden unmöglich ist: Der Zionismus und die Unfähigkeit zu trauern

Die Weigerung, das Unrecht an den Palästinensern aufzuarbeiten, führt zur totalen politischen Stagnation/ Parallelen zur politischen Situation der Bundesrepublik in den 50er und 60er Jahren

Arn Strohmeyer

Israel ist krank, das hat kürzlich sogar der Präsident dieses Staates, Reuven Riflin, im Zusammenhang mit der Gewalt konstatiert, die in der israelischen Gesellschaft immer mehr um sich greift. Er meine damit aber nicht nur die Gewalt gegen die Palästinenser, die halten er und die meisten Israelis wohl für „normal“, wenn man sie denn überhaupt wahrnimmt. Nein, er meint die zunehmende Gewalt unter jüdischen Israelis, also Gewalt unter Juden, was eigentlich gar nicht sein darf. Weiterlesen

106 ehemalige IDF-Generäle und Mossad-Chefs fordern von Netanyahu eine „Diplomatie für den Frieden“

Foto: Wikipedia, gemeinfrei

In einem offenen Brief, unterzeichnet von 106 ehemaligen Gerälen, Mossad-Direktoren und Kommandeuren der Polizei, fordern diese von Premierminister Benjamin Netanyahu, einen  „diplomatischen Prozess zu initiieren“, der zu einem Frieden mit den Palästinenser führt. Wie Ha’aretz am 3. November 2014 meldete, stellt dieser Protest das bisher größte öffentliche Aufbegehren von Militärs gegen die Politik Netanyahus.

Mehrere der Unterzeichner haben sich in Interviews mit dem israelischen Fernsehsender Mako-Channel 2 News geäußert und deutlich gemacht, dass Israel die Stärke und die Möglichkeiten für eine Zwei-Staaten-Lösung ohne ein Sicherheitsrisiko Weiterlesen