72. Jahrestag der Nakba

Diese Woche findet der Nakba Tag statt. Zum ersten Mal werde von den Combatants for Peace eine öffentliche Veranstaltung dazu stattfinden.

Am Donnerstag der 14.5 um 20:00 (MEZ) werden die CfP den 72. Jahrestag der Palästinensischen Nakba als Broadcast-Zeremonie begehen, die live (mit Englischer Übersetzung) übertragen wird, in der Palästinenser*innen und Israelis Zeugenberichte von 1948 vortragen werden. Um 21:00 Uhr (MEZ) werden wir uns über Zoom treffen, um die Geschichten von zwei Palästinensischen Familien zu hören und mit den Teilnehmer*innen zu sprechen. Weiterlesen

Daniel Barenboim: „Nur Verstehen führt zur Freiheit“

Fehlerhafte Ethik: Israels neue Regierung muss ihr Verhältnis zu den Palästinensern überdenken.

Von Daniel Barenboim

Am 13.​Mai wird die fünf­und­drei­ßigs­te Re­gie­rung des Staa­tes Is­ra­el ver­ei­digt, fünf­und­sieb­zig Jah­re nach En­de des Ho­lo­causts. In ih­rem Ko­ali­ti­ons­ver­trag plant die neue Re­gie­rung ei­ne Ab­stim­mung der Re­gie­rung und/oder der Knes­set über die An­ne­xi­on von Tei­len des West­jor­dan­lan­des (Jor­dan­tal und Sied­lun­gen) auf der Grund­la­ge des „Frie­dens­plans“ der Trump-Ad­mi­nis­tra­ti­on. Die­ser Plan ist ein wei­te­rer Schritt weg von ei­nem Frie­dens­ab­kom­men mit den Pa­läs­ti­nen­sern. Er ist durch und durch ka­ta­stro­phal. Weiterlesen

An den Ratsvorsitzenden Bischof Bedford-Strohm …

Offener Brief:
An die EKD
An den Ratsvorsitzenden Bischof Bedford-Strohm,
An das Nahost Referat OKR Pühn

Sehr geehrte Herren,
vermutlich vernimmt die EKD die Stellungnahmen und Hilferufe der Glaubens-Geschwister in Palästina zur bevorstehenden Annexion des Jordantales und der Legalisierung der illegalen israelischen Siedlungen in der Westbank – siehe im Anhang Der Appell der Kirchenführer Jerusalems an die internationale Gemeinschaft und der Artikel von Munther Isaac und Jamal Khader in der Haaretz vom 6.5.2020 Donald Trump Is Complicit in a Catastrophe for Christians.
Mich würde, wie sicher viele andere Christinnen und Christen, interessieren, wie die EKD die verzweifelten Stimmen aus Palästina unterstützt. Aus der Presse konnte ich bisher nichts entnehmen.
cc Schriftführer der BEK Pastor Kuschnerus
Mit freundlichem Gruß
Hildegard LENZ (AK Nahost Bremen) Weiterlesen

Annexion: Die Vereinbarungen zwischen Gantz und Netanyahu

Zusammenfassung: Der neue Koalitionsvertrag zwischen Netanyahu und Gantz sieht die Annexion palästinensischer Gebiete vor. Dies hat sowohl innerhalb Israels als auch im Ausland und natürlich auch bei den Palästinensern unter israelischer Besatzung Empörung ausgelöst. Die Annexion folgt Trumps sogenanntem „Friedensplan“ und würde alle Hoffnungen auf palästinensische Unabhängigkeit beenden.

Die Vereinbarung über die „Koalition der nationalen Einheit“ zwischen Netanjahu und Gantz wurde in hebräischer  Sprache veröffentlicht. Obwohl es sich um eine Notstandsregierung handeln soll, die sich vornehmlich mit der Coronavirus-Pandemie befassen soll, ist die Vereinbarung viel umfassender und enthält Einzelheiten darüber, wie Netanyahu dem Gerichtsverfahren wegen des Korruptionsverdachts entkommen und weiterhin die Immunität eines Ministerpräsidenten in Anspruch nehmen kann, selbst wenn Gantz in 18 Monaten das Amt des Ministerpräsidenten übernimmt. Doch die Klausel, die in internationalen Foren die meiste Aufmerksamkeit erregte, ist diejenige, in der beide Politiker die Annexion von Teilen des Westjordanlandes vereinbaren.

Sie wollten nicht schweigen: Norbert Blüm und Ulrich Kienzle

 

Mit Trauer haben wir vom Tod von Norbert Blüm und Ulrich Kienzle erfahren. Zu recht werden sie in vielen Nachrufen geehrt. Wir möchten daran erinnern, dass sie sich mit klaren Worten (wie es ihre Art war) auch zum Israel-Palästina-Konflikt geäußert haben. Hier der Ausschnitt aus einer Sendung vom 17. März 2009. Es wäre heute unvorstellbar, dass sich einer der bekanntesten Journalisten und einer der bekanntesten Politiker in einer Talkshow der ARD („Hart aber Fair“) zur besten Sendezeit vor einem Millionen-Fernseh-Publikum derart engagiert zum Schicksal der Palästinenser äußern würden und könnten!

Medico International: Eingesperrt in der Gegenwart

Freiwillige der medico-Partnerorganisation PMRS klären über die Corona-Prävention auf. (Foto: PMRS)

Zwischen lock-down und humanitärer Verantwortung: Eindämmung des Virus unter Bedingungen der Besatzung.

Von Riad Othman

Dies ist der erste Artikel einer Reihe von Texten zu verschiedenen Aspekten der Corona-Pandemie und ihrer Auswirkungen in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten.

Die Maßnahmen, die zur Eindämmung des Corona-Virus ergriffen worden sind, beunruhigen nicht nur deshalb, weil sie Einschränkungen von Grundrechten wie der Bewegungs- und Versammlungsfreiheit beinhalten. Der Philosoph David Lauer sagte jüngst in einem Kommentar für den Deutschlandfunk: „Es ist nicht eine bestimmte zukünftige Entwicklung, die Angst erzeugt, sondern dass wir momentan überhaupt von jeder sinnvoll erwartbaren Zukunft abgeschnitten sind. Man könnte sagen: Was die Erfahrung der Corona-Krise kennzeichnet, ist nicht primär das Eingesperrtsein zu Hause, sondern mindestens so sehr das Eingesperrtsein in der Gegenwart.“

Jews in Germany Don’t Need Special Treatment Any More

Das Verhältnis Deutschlands zu den Juden und zu Israel ist verständlicherweise durch den Holocaust geprägt. Doch dadurch ist er ritualisiert, anormal – und manchmal auch aktiv schädlich – geworden.

Haaretz, David Ranan Apr 20, 2020

Deutschland macht schwierige Zeiten durch, und das nicht nur wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie. Angela Merkel, die Verkörperung des deutschen, ja europäischen Gemeinsinns und der Stabilität und eine überzeugte Verfechterin des deutschen Sonderverhältnisses zu Israel nach dem Krieg, ist auf dem Weg nach draußen, während die rechtsextreme Alternative für Deutschland die drittstärkste politische Kraft im Bundestag ist und ihre Unterstützung regional konsolidiert. Weiterlesen

Unter Donald Trump explodiert der israelische Siedlungsbau in den illegal besetzten Palästinensergebieten

Ein Artikel von Jakob Reimann | (NachDenkSeiten)
Die völkerrechtswidrigen Siedlungen im besetzten Westjordanland stellen das zentrale Hindernis eines Friedens im jahrzehntelangen Nahost-Konflikt dar. Während die US-Israel-Beziehung in Washington seit Jahrzehnten eine Heilige Kuh ist und auch Barack Obama aus Friedensperspektive eine katastrophale Israel-Politik verfolgte, ist Donald Trump das mit Abstand Beste, was den Rechtsaußen-Falken der Netanyahu-Regierung je hätte passieren können. Neben einer Vielzahl wahrlich historischer, doch eher symbolischer Geschenke (Botschaft nach Jerusalem, Anerkennung Golanhöhen u.v.m.) ist es vor allem Trumps Wohlwollen gegenüber dem Siedlungsbau, der dauerhaft Schaden anrichten wird: Die Zahl jährlich neu gebauter Häuser ist unter Trump im Vergleich zu Obama um 25 Prozent gestiegen, die Zahl neu geplanter Häuser hat sich gar verdreifacht. Von Jakob Reimann.

Israelisches Ministerium für Strategische Angelegenheiten: Geheimdienstliche Mittel und Spionage zur Bekämpfung von Menschenrechtsorganisationen

Zusammenfassung: Unter Führung von Minister Gilad Erdan versucht das Ministerium für strategische Angelegenheiten mit verdeckten Operationen und Spionage, die BDS-Bewegung zu bekämpfen. Es finanziert NGOs, Zeitungen, Propagandafirmen und Anwaltskanzleien, um Menschenrechtsaktivisten und Palästina-Solidaritätsaktivisten anzugreifen. Das Ministerium war erfolgreich bei der verstärkten Unterdrückung der Palästina-Solidarität und Meinungsfreiheit in demokratischen Ländern, hat nach fünf Jahren aber nicht sein Ziel erreicht, das Wachstum der BDS-Bewegung selbst zu bremsen. Weiterlesen