„Alles andere ist verlogene Propaganda“

Israel-Palästina: Wer hat Recht? – Auszug aus einem Kommentar des israelischen Journalisten Gideon Levy in der Tageszeitung Haaretz (9. Oktober 2015): 

Durch den Dunst von Selbstgerechtigkeit, Medienpropaganda, Hetze, Ablenkung, Gehirnwäsche und Opferstilisierung der letzten Tage, dringt die einfache Frage mit voller Kraft wieder nach vorn: Wer hat recht? Israel hat kein begründetes Argument mehr in seinem Arsenal, das ein anständiger Mensch akzeptieren könnte. Selbst Mahatma Gandhi würde verstehen, warum Palästinenser zur Gewalt greifen. Selbst jene, die vor Gewalt zurückschrecken, die sie für unmoralisch und zwecklos halten, werden verstehen müssen, warum sie hin und wieder ausbricht. Die Frage ist doch, warum bricht sie nicht viel öfter aus? Weiterlesen

Der Tempelberg – das Herzstück des Konflikts

Schild vor dem Tempelberg: Zutrittsverbot für gläubige Juden

Israels Vorgehen auf dem Tempelberg (Noblem Heiligtum) ist vor allem für junge Palästinenser ein Angriff auf ihre islamische und nationale Identität. Nach den Jahren der Besatzung ist der „Haram Al-Sharif“ die letzte Bastion, für die sie kämpfen werden. Für sie ist dieser Ort ein Symbol der kollektiven Unterdrückung und Ungerechtigkeit. Angesichts ihrer desolaten Lage und ihrer Perspektivlosigkeit sind sie sogar bereit, für die Würde dieses Ortes zu sterben. Deshalb wird der Kampf um den „Haram Al-Sharif“ weitergehen, auch wenn sich die Welt mit anderen Problemen beschäftigt. Weiterlesen

Der Tempelberg als nächstes Ziel

Blick auf den Felsendom heute

Die Berichterstattung in den hiesigen Medien über die neuen Auseinandersetzungen in Jerusalem und in der Westbank folgen immer dem gleichen eintönigen und uninformierten Schema: der Tempelberg ist den Muslimen und den Juden heilig; die Siedler sind radikal, die Palästinenser sind gewalttätig, und die Sicherheitskräfte müssen eingreifen, um die Gewalt zu stoppen. Danach werden alle Seiten zur Mäßigung ermahnt, und alles soll gut werden. Hintergründe, Interessen, Geschichte … alles Fehlanzeige. (sh)

Hier ein sehr guter Bericht von Claudia Kühner, der gleichzeitig im Zürcher „TagesAnzeiger“ und im Berner „Der Bund“ v. 08.10.15 erschien:

„Krawall, Zusammenstösse, Schüsse, Messerstiche, Tote – ist das, was gegen­wärtig in Jerusalem und den besetzten Gebieten geschieht, der Beginn eines dritten  Weiterlesen

Jürgen Rose über die militärische Überlegenheit der „Israel Defence Forces (IDF)“ – Veranstaltung im Bremer Überseemuseum

Ex-Oberstleutnant Jürgen Rose, jetzt Mitglied im bundeswehrkritischen „Darmstädter Signal“

Der Ex-Oberstleutnant der Bundeswehr Jürgen Rose ist heute ein bekannter Autor mit mehr als 500 Publikationen zu sicherheits- und friedenspolitischen Publikationen. Er gilt als Experte auf den Gebieten der internationalen Sicherheit, des Völkerrecht und der Verteidigungspolitik. Jürgen Rose war 33 Jahre in den Diensten der Bundeswehr, wo er im Lauf der Jahre gegenüber den Einsätzen der Bundeswehr in Jugoslawien, dem Irak und in Afghanistan immer kritischer wurde und schließlich seine Mitarbeit verweigerte. Nach mehreren Prozessen zuerst vor dem Truppendienstgericht, dann vor dem Bundesverfassungsgericht und dem Europäischen Gerichtshof verließ er die Bundeswehr vorzeitig, um sich fortan seinem friedenspolitischen ‚Engagement zu widmen. Weiterlesen

Lilian Rosengarten im Bremer Überseemuseum

Lilian Rosengarten ist eine deutsche Jüdin, die 1935 aus Frankfurt mit ihren Eltern in die USA flüchten konnte. Jetzt ist sie 80 Jahre alt und absolviert zur Zeit eine Vortragsreise durch Deutschland (Darmstadt, Königswinter, Düren, Gießen, Frankfurt, Heidelberg, Hagen, Hannover, Berlin.) Am 13. September war sie auf Einladung einiger Bremer Gruppen (Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung [biz], Deutsch-Palästinensische Gesellschaft [DPG], AK-Nahost, Bremer Friedensforum, Nahost-Forum Bremen und Israelisches Komitee gegen Hauszerstörungen [ICAHD]) in das Bremer Überseemuseum gekommen, um ihre gerade erschienene Autobiographie („Ein bewegtes Leben: Von den Schatten Nazi-Deutschlands zum jüdischen Boot nach Gaza“, Zambon-Verlag 2015) vorzustellen. Weiterlesen

Eitan Bronstein, Zochrot: „Die Nakba ist auch Israels Geschichte“

Am 1. November 2014 war Eitan Bronstein auf Einladung der IPPNW in Berlin und hat über die Arbeit von „Zochrot“ berichtet. Im Folgenden findet ihr das Interview mit Bronstein, das die Alsharq-Journalisten Lea Frehse, Christoph Dinkelaker und Tobias Pietsch in der IPPNW-Geschäftsstelle geführt haben. Eitan Bronstein und seine Organisation „Zochrot“ werben unter jüdischen Israelis für die Aufarbeitung der „Nakba“. Ein Interview über Schrecken der Vergangenheit, Schläge gegen Linke und die iNakba-App. Weiterlesen

Klartext auf der Antikriegskonferenz

Die Konferenz in der Regionalsendung von Radio Bremen

Bei der Planung für die »Regionale Antikriegskonferenz (RAKK) 2015«, die am Samstag ganztägig in den Räumen der Zionsgemeinde in Bremen stattfand, konnten die Organisatoren nicht ahnen, dass die Flüchtlingskrise sich in den letzten Tagen und Wochen davor so dramatisch zuspitzen würde. Auch deshalb stand Markus Saxinger, seit 1998 Aktivist der »Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen«, mit seinem Referat im Mittelpunkt. Er kam sofort auf das zu sprechen, was im jetzigen Medienrummel so sorgfältig verschwiegen wird, nämlich auf die Hintergründe der Fluchtursache Krieg. Weiterlesen

Antisemitismus-Kampagne gegen links: ein politischer Rufmord

von Ludwig Watzal

Die Partei DIE LINKE hat kein Antisemitismus-Problem, was die Denunzianten aus Wissenschaft, Politik und öffentlichen Meinungsmachern auch wissen, die bestimmen, wer “Antisemit” ist. Um den vermeintlichen Antisemitismus in der Linkspartei geht es den Verleumdern auch gar nicht. Gleichwohl befindet sich die Linkspartei seit diesen grundlosen Behauptungen in der Defensive. Weiterlesen

Klare Worte von Oberbürgermeister Dr. Schröter aus Jena

So klare Worte, wie sie hier der Oberbürgermeister Dr. Schröter aus Jena findet, so gerade heraus wie er sich zu Landraub und Willkür durch Israel gegenüber den Palästinensern äußert – das würde man sich öfters wünschen von unseren Politikern und Politikerinnen. Einen gleichlautenden Brief wie an die Bundeskanzlerin hat er an die Bundesminister Steinmeier und Gabriel, an EP-Präsident Schulz, an die Deutsche Botschaft in Tel Aviv und an das Vertretungsbüro in Ramallah verschickt. Einen gleichlautenden Brief wie an den israelischen Botschafter wird er (auf englisch) an den Premierminister Netanjahu schicken. (Rolf Verleger) (Brief als Faksimile hier) Weiterlesen

„Eine aufgeklärte Besatzung?“ – ein erstaunlich kritischer Artikel in der „Zeit“ und ein Leserbrief von Claus Walischewski

Claus Walischewski (ICAHD Deutschland)

Warum der Terror der Siedler auf Israels Rechtsstaat beruht. von Omri Boehm (DIE ZEIT Nº 32/2015 v. 06. August 2015)

Im März dieses Jahres erteilte der damalige militärische Oberbefehlshaber über das Westjordanland, der israelische Generalmajor Nitzan Alon, den Befehl, sämtliche vom israelischen Parlament verabschiedeten Strafgesetze auch auf die palästinensische Bevölkerung anzuwenden. Zuvor hatten zwei getrennte Rechtsordnungen bestanden: das israelische Recht, das im Westjordanland nur für Juden gilt, und das Militärrecht, dem alle anderen unterliegen. Seit Juni 2015 ist der Inhalt der beiden Rechtsordnungen, das heißt, sind die Gesetze selbst identisch. Weiterlesen