Neue Regierung durch Einigung zwischen Fatah und Hamas sowie ein unsäglicher Kommentar im Weserkurier

Adam Keller, Sprecher von Gush Shalom

Erstmals seit dem verhängnisvollen Bruch zwischen den beiden großen Palästinenserorganisationen von Fatah und Hamas gibt es eine neue Einheitsregierung. Präsident Mahmud Abbas vereidigte – nach langen und mühevollen Verhandlungen – am 2. Juni 2014 ein Expertenkabinett unter Führung des bisherigen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah. Vier Minister aus dem Gaza-Streifen konnten nicht teilnehmen, da Israel ihnen die Reise nach Ramallah verweigert hatte. Die Hamas-Regierung erklärte noch am gleichen Tag ihren Rücktritt. Weiterlesen

Papst Franziskus im Heiligen Land: Hoffnung auf ein Signal für Gerechtigkeit

Im Kairos-Dokument von 2009 haben die palästinensischen Christen an die Solidarität ihrer Glaubensbrüder und -schwestern in aller Welt appelliert. Sie erhofften sich viel vom Besuch des Papstes in Palästina und Israel. Dr. Sabine Farrough hat dazu einen interessanten Bericht in der deutschen Huffington-Post veröffentlicht, auf den die Redaktion hinweisen möchte. Dr. Sabine Farrouh, IPPNW-Vorstandsmitglied, nahm vom 29. April bis 10. Mai 2014 an einer Begegnungsfahrt Palästina-Israel der deutschen Sektionen von IPPNW und pax christi teil. Weiterlesen

… warum wieder die Palästinenser?!

 Eigener Bericht / Mai 2014. Jordanien und die Türkei haben ihre Grenzen für Palästi­nenserinnen und Palästinenser dicht gemacht. Vor Kurzem hat auch der Libanon mit seinen ca. 4,5 Millionen Einwohnern und einer halben Million palästinensischer Flüchtlingen (siehe http://data.unhcr.org/syrianrefugees/regional.php) seine Grenzen geschlossen. Palästinensische Flüchtlinge aus Syrien dürfen nicht mehr in den Libanon einreisen. Einzige Ausnahme: Wenn sie das Visum für ein Zielland außerhalb des Libanon vorweisen können, wird ihnen ein 24-Stunden-Transit erlaubt. Um jedoch ein solches Visum zu erhalten, müssen die Flüchtlinge zunächst in Syrien zur Botschaft des jeweiligen Ziellandes gehen und dort das Transit-Dokument beantragen. Weiterlesen

Abu Sitta und Uri Avnery – zwei Briefe zur Nakba. Sowie ein „Widerspruch“ von Arn Strohmeyer

Uri Avnery schildert sein Treffen mit dem jetzt wohlhabenden palästinensischen internationalen Bauunternehmer Abu Sitta. Sie haben sich sehr persönliche und bewegende Briefe geschrieben, die Avnery auf der Website von Gush Shalom am 17.05.14 veröffentlichte. Avnery war als junger Soldat dabei, als die Palästinenser vertrieben wurden. Abu Sitta erzählt von der anderen Seite, wie er „ein Flüchtling wurde, ohne je einen Juden gesehen zu haben,“ und wie er Jahre verbrachte, um herauszufinden, wer es tat, den Namen, das Gesicht und das Bataillon. Weiterlesen

Große Kundgebung gegen die Todesurteile in Ägypten

Die Verhältnisse in Ägypten sind aus den hiesigen Medien fast vollständig verschwunden. Deshalb hatten die wichtigsten islamischen Organisationen in Bremen, die Schura Bremen als Dachverband der islamischen Religionsgemeinschaften, das „Netzwerk für Frieden“, die „islamische Konföderation“ und die Vereine der DITIB (die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) am 16. Mai 2014 um 16.30 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Marktplatz aufgerufen. Ungefähr 800 Menschen, davon die meisten Muslime waren dem Aufruf gefolgt. Viele hatten sich im Halbkreis vor dem Rednerpult in weißen Umhängen, der Farbe der Trauer, aufgestellt. Auf Schildern waren die Namen der zum Tode verurteilten oder von der Polizei oder dem Militär schon umgebrachten Menschen in Ägypten zu lesen. Weiterlesen

Palästina – ein Land wird in Stücke gerissen!

kralle_mit_felsendom_neu_sw-klein2. Juni 2014, 19.30 Uhr im Kultureinrichtungshaus DETE, Lahnstr. 61-63, 28199 Bremen
mit Arno Hopp und Prof. Dr. Sönke Hundt

Ein politischer Bericht von unserer Reise nach Israel / Palästina und unseren Treffen mit vielen Organisationen in West- und Ost-Jerusalem, Bethlehem, Ramallah, Hebron und im Westjordantal. Wir wussten schon einiges Weiterlesen

Dieses Video „Attempting to shoot a minor“ wurde in Israel in den drei größten TV-Kanälen gezeigt

Solche Videos sind für die israelische Armee zum Fluch geworden. Es gibt inzwischen unzählige. Dieses Video ist aber von besonderer Qualität: es wurde noch am gleichen Abend in den drei größten israelischen TV-Kanälen gezeigt. Uri Avnery schildert und interpretiert den Vorfall unter dem Titel: „Ein Nationalheld“.

 „Kurz vor Israels 66. Unabhängigkeitstag bekam das Land einen neuen Nationalhelden. Wenn es stimmt, dass jede Nation den Nationalhelden bekommt, den es verdient, dann war es ein ziemlich trauriges Spektakel.  Der Video-Clip, den David Adamow aus einem anonymen  Soldaten in eine nationale  Person verwandelte, wurde mit einem palästinensischen Fotoapparat in Hebron aufgenommen. Weiterlesen

Independence Day und Nakba

https://www.facebook.com/GushShalom

Am 5. Mai 2014 begannen in Israel mit großem Pathos die Feiern zum 66. Unabhängigkeitstag. „Yom Ha’amatzma’ut, Israels Unabhängigkeitstag, ist ein fröhlicher Festtag in Israel.“ So schreibt die Jerusalem Post. „Jeder feiert ihn, ob in Eilat, in Metulla, in Tel Aviv oder im Jordan-Tal, ob säkular oder religiös, reich oder arm, links oder rechts, ashkenasisch oder sephardisch. Die Wiederrichtung des jüdischen Staates (reconstruction of the Jewish state) und seine Entwicklung von einer Dritte-Welt-Ökonomie und einem ehemaligen militärischen Problemfall zu einem reichen und mächtigen Land innerhalb von nur drei Generationen – das ist einer der größten Erfolge in der Geschichte der Menschheit. Weiterlesen

Antisemit? Oder vorurteilslos und interessiert? Die Konstanz-Jenaer Studie zu Einstellungen zum Nahostkonflikt

von Prof. Dr. Rolf Verleger

Wilhelm Kempf war bis zu seiner Emeri­tierung 2012 Professor für Psycho­logie an der Universität Konstanz und dort Leiter der Projektgruppe Frie­dens­forschung. 2008 bewillig­te ihm die Deut­sche Forschungsgemein­schaft (DFG) Gelder für ein Projekt zur Erforschung des Zusam­menhangs zwischen „Israel­kritik“ und „Anti­semitis­mus”: dem Verhältnis zwischen kri­tischer Einstel­lung zu Israels Politik und Abneigung gegen Juden. Vor rund zwei Jahren hatte ich über erste Ergeb­nisse des Projekts be­richtet; nun sind die erhobenen Daten umfas­send aufgearbeitet und liefern neue Erkenntnisse. Weiterlesen