Tagesthemenbeitrag über Wassermangel in Palästina schlägt hohe Wellen

Tagesthemen v. 14.08.2016, ab Minute 3:28

(Clemens Messerschmid kommt am 8. November 2016 nach Bremen)
Der Beitrag von Clemens Messerschmid in Tagesschau und Tagesthemen am 14. August 2016 über die Wasserknappheit in der Westbank schlägt ziemlich hohe Wellen. Die ARD hat sich dazu entschlossen eine Presseerklärung heraus zu geben, da sie wohl von Reaktionen überrannt wurden. Der Beitrag  „Stellungnahme zur Kritik am Tagesthemen-Beitrag vom 14.08.2016. Von ARD Studio Tel Aviv am 15/08/2016 um 20:39 Uhrfindet sich auf http://blog.br.de/studio-tel-aviv/. (etwas runterscrollen!) Weiterlesen

„Der ewige Kampf ums Wasser“ – Interview mit Clemens Messerschmid im Bayerischen Rundfunk

„Seit zwanzig Jahren geht es rückwärts“. Der deutsche Wasserexperte Clemens Messerschmid findet deutliche Worte, wenn es um Wasser und Wasserverteilung geht.

Jedes Jahr wird wegen der Wasserversorgung gestritten.
Jeden Sommer beschuldigen sich Israelis und Palästinenser gegenseitig wegen der schlechten Wasserversorgung. Fakt ist: Jeden Sommer wieder gibt es in den palästinensischen Dörfern massive Probleme mit der Wasserversorgung. In diesem Jahr ist es besonders schwerwiegend, sagt der Hydrogeologe Clemens Messerschmid: Weiterlesen

Was hat die Besatzung mit uns hier in Deutschland zu tun? Viel.

Immer wieder hört man derzeit Leute sagen, in Israel sei es gerade wohl „sehr ruhig“. Gemeint ist, dass die Nachrichten nicht unaufhörlich von Messerattacken, einem „Gazakrieg“ oder anderen Katastrophen berichten. Leider sieht die Realität vollkommen anders aus. Das Maß der Katastrophe sollte am individuellen und kollektiven Schicksal gemessen werden und nicht an der Sensation, die die Nachricht in die Schlagzeilen katapultiert. Aber offensichtlich sind alltägliche, sich ständig wiederholende Ereignisse – seien sie noch so katastrophal und schicksalhaft für die Geschädigten – selten eine Meldung wert. Weiterlesen

Google-Maps macht Außenpolitik gegen Palästina

Screenshot von Google Maps (09.08.2016)

Der Welt größte Suchmaschine – Google – hat die Bezeichnung „Palestine“ von ihren Landkarten gelöscht; es existiert nur noch Israel. Wie das Middle East Forum am 4. August 2016 meldete, hat das „Palestinian Journalists‘ Forum“ diese Entscheidung von Google scharf kritisiert. Das Forum wirft dem Konzern vor, sich mit Israel verbündet zu haben und Geschichte und Geographie zu verfälschen.

Bis jetzt haben die großen Medien, bis auf Russia Today diese gravierende Veränderung noch nicht zur Kenntnis genommen. Die Suche bei Google-News ergaben allerdings bei Spiegel-online (v. 03.05.2016) und Zeit-online („Google-Maps schaut durch die israelische Brille“ v. 29.05.2013) ganz interessante Ergebnisse aus dem Jahr 2013 (!). So wurde über die Praxis von Google berichtet, einerseits die israelischen (nach internationalem Recht illegalen) Siedlungen detailliert auszuweisen Weiterlesen

Avi Primor zur Situation in seiner Heimat: „Frieden schließen!“

„Ja, es gibt in Deutschland wie anderswo Antisemitismus, und zwar aus religiösen, rassistischen und nationalistischen Gründen. Aber insgesamt geht der Antisemitismus sehr langsam zurück. Ich halte Antisemitismus nicht für einen politischen Faktor, der die israelische Politik kümmern muss. Die meisten, die die Israelis kritisieren, kritisieren uns sachlich, sie kritisieren die israelische Politik und Besatzung, aber nicht Israel als Staat und die Israelis als Volk.“

So antwortete der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland (von 1993 bis 1999) auf die Frage, ob er „in Deutschland antisemitische Einstellungen auf dem Vormarsch“ sehe, gerade angesichts der Erfolge der rechtspopulistischen AfD. Weiterlesen

Rolf Verleger und Yazid Shammout: „Wir wollen, dass Wort und Taten zusammenpassen“

Rolf Verleger und Yazid Shammout in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen vom 2. Juli 2016 über das Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung – das in Hannover gegründet worden ist.

Sie rufen am heutigen Sonnabend in Hannover eine Initiative ins Leben, die die Zwei-Staaten-Lösung zwischen Israel und Palästina befördern soll. Hat es bisher an Nahostinitiativen gemangelt?

Rolf Verleger: Nein, aber wir richten uns gezielt an die deutsche Politik, die immer noch einseitig für die israelische Politik Stellung nimmt, trotz alltäglicher Menschenrechtsverletzungen an Palästinensern durch das Besatzungsregime. Weiterlesen

Neues „Palästina-Info“ Juni 2016 erschienen

Die neue Sommer-Ausgabe des halbjährlich erscheinenden Magazins Palästina-Info widmet sich aktuellen Themen aus Israel/Palästina. Einer neuen Umfrage zufolge ist die israelische Gesellschaft in politischer und religiöser Hinsicht tief gespalten. Rund die Hälfte der Bevölkerung befürwortet die Idee des „Transfers“, also die Vertreibung von arabischen BürgerInnen, die 19% der Bevölkerung ausmachen. 97% finden, dass jüdische gegenüber den palästinensischen BürgerInnen bevorzugt werden sollten. Derweil ist der Anteil arabischer Israelis, die an die Möglichkeit der Koexistenz eines zukünftigen palästinensischen Staats neben Israel glauben, von 74% im Jahr 2013 auf 50% gesunken.

Oppositionellen weht ein scharfer Wind entgegen, und immer häufiger warnen KommentatorInnen vor der Entwicklung zu einem totalitären Staat. Für die palästinensische Bevölkerung verheisst dies nichts Gutes. Im vorliegenden Palästina-Info gehen wir exemplarisch auf ein paar der aktuellen Brennpunkte ein: die „Normalität“ der Tötung verdächtig scheinender PalästinenserInnen; die Vertreibung in Jerusalem unter dem Vorwand archäologischer Grabungen; das Kalkül mit dem lukrativen Geschäft des Wiederaufbaus. Weiterlesen

Der Riss wird immer tiefer

von Uri Avnery
Der Staat Israel war noch jung, als einmal zwei berühmte Komödianten einen kurzen Sketch aufführten:

  • Zwei Araber stehen am Strand und verfluchen ein Schiff, das jüdische Einwanderer an Land bringt.
  • Einige Zeit später stehen zwei der neuen Einwanderer am Strand und verfluchen ein Schiff, das neue Einwanderer aus Polen bringt.
  • Einige Zeit später stehen zwei Einwanderer aus Polen am Strand und verfluchen ein Schiff, das neue Einwanderer aus Deutschland bringt.
  • Einige Zeit später stehen zwei Einwanderer aus Deutschland am Strand und verfluchen ein Schiff, das neue Einwanderer aus Nordafrika bringt.
  • Und so weiter…

Vielleicht geht diese Geschichte so in allen Einwandererländern, wie z.B. in den USA oder in Kanada. Aber in Israel mit seiner Ideologie, dass alle Juden einer Nation angehören (und alle anderen ausschließt), ist dies ein bisschen abwegig. Weiterlesen

Pax Christi: NGOs bekommen in Israel das „Stigma des Verräters“

„Wir haben den Eindruck dass sie bloßgestellt werden sollen, dass ihre Arbeit delegitimiert wird, dass sie als Kritiker mundtot gemacht und eingeschüchtert werden.“ So kommentierte Manfred Budzinski, Sprecher der Nahost-Kommission der katholischen Friedensorganisation Pax Christi, gestern morgen im Deutschlandfunk das neue Anti-NGO-Gesetz in Israel.

In der Nacht auf Dienstag hatte die israelische Knesset nach langer Diskussion (mehr als sechs Stunden lang) in dritter Lesung ein Gesetz verabschiedet, nach dem künftig alle Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in Israel, die mehr als die Hälfte ihres Geldes von ausländischen Regierungen oder politischen Gruppen erhalten, diese Unterstützung ausweisen müssen. Weiterlesen