Alttestamentarische Propaganda

Die Anzeige, die in der vergangenen Woche in mehreren us-amerikanischen Zeitungen (u.a. in der New York Times, Washington Post und dem Wallstreet Journal) und dem britischen Guardian auf einer ganzen Seite erschien, vergleicht die Politik der Hamas im jetzigen Gaza-Krieg mit der Geschichte von den Kinderopfern, von denen im alten Testament erzählt wird. Damals, vor 3500 Jahren, wären einem phönizisch-kanaaischen Götzengott mit dem bezeichnenden Namen „Moloch“ Kinderopfer durch Verbrennen dargebracht worden. Die ganzseitige Anzeige ist überschrieben: „Die Juden lehnten Kinderopfer vor 3500 Jahren ab. Jetzt ist die Hamas an der Reihe.“ Weiterlesen

Israels Stärke ruht auf zwei Pfeilern, nämlich auf der militärischen Gewalt und dem Image in Europa und den USA

Dr. Basem Naim, Arzt in Gaza-Stadt

Was die Hamas will und wie sie ihren Kampf begründet – darüber gibt es kaum authentische Informationen. Martin Lejeune, der direkt aus Gaza berichtet („The Days of Oil and Za’atar“) führt hier ein Interview mit dem Arzt und Chirurgen Dr. Basem Naim. Er gehörte für die Hamas sieben Jahre lang der palästinensischen Regierung an und war während dieser Zeit etwa vier Jahre lang Minister für Jugend und Sport (im zweiten Kabinett von Ismail Haniya) und für anderthalb Jahre, von Juni 2007 bis Januar 2009, Gesundheitsminister (im ersten Kabinett von Ismail Haniya). Heute ist er der politische Berater für Internationale Beziehungen von Ismail Haniya. Weiterlesen

Wieder ein eindringlicher und friedlicher Protest der Palästinenser in Bremen

Nach der großen Demonstration vor zwei Wochen mit mehr als 5000 Teilnehmern hatten sich heute, 8. August 2014, um 17 Uhr nur ungefähr 250 Menschen zu einer Kundgebung vor dem Überseemuseum eingefunden. Aufgerufen hatte die Deutsch-Palästinensische Gemeinschaft (DPG), die als Organisation bisher nicht in Erscheinung trat Weiterlesen

Wiltrud Rösch-Metzler (Pax Christi): „Der Krieg in Gaza und wir“

Wiltrud Rösch-Metzler, Bundesvorsitzende von Pax Christi in Deutschland

Die militärische Gewalt überdeckt den gewaltfreien Widerstand – und gemeinsame Perspektiven von Israelis und Palästinensern. Was die Europäische Union jetzt tun kann, damit das Töten im Gaza-Krieg ein Ende findet. Ein Kommentar von Wiltrud Rösch-Metzler. Die Autorin ist Bundesvorsitzende der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi.

Der neue Gaza-Krieg hat die alten Koordinaten einer Bewertung verschoben. Er traumatisiert die Bevölkerung von Gaza und von Teilen Israels langfristig. Weiterlesen

„Der Gazastreifen, ein Trümmerfeld“

Gaza-Stadt, am Dienstag, dem 5. August 2014. Ein Bericht von Martin Lejeune.

Es ist ruhiger geworden im Gazastreifen seit heute morgen. Die Drohnen kreisen zwar noch über unser Viertel, stören Mahers Mittagsschlaf, aber es wird nicht mehr bombardiert. “Gott sei Dank finden wir jetzt, nach den vier Wochen der ständigen Explosionen um uns herum endlich wieder etwas Ruhe”, sagt Ahmad, 16, der in unserer Straße wohnt. Weiterlesen

Martin Lejeune direkt aus Gaza

Von Gush Shalom aus Tel-Aviv (Adam Keller) kam die Nachricht, dass Martin Lejeune, ein freier Journalist, zur Zeit direkt aus Gaza berichtet. Das Youtube-Video zeigt zuerst ohne Worte die Zerstörungen und die verstörten Menschen, meistens Kinder, die versuchen weiter zu leben. Am Schluss folgen auf deutsch einige Erläuterungen: gestern nacht ist die Imam-Shafi-Moschee, die die größte in Gaza ist und 8000 Gläubigen Platz bietet, zerstört worden. Zuerst haben zwei oder drei Kampfdrohnen kleinere Bomben abgeworfen, woraufhin die Menschen geflüchtet sind. Dann wurden von F-16-Kampfjets sieben Raketen abgefeuert, die die Moschee und die angrenzenden Häuser in Schutt und Asche legten. Weiterlesen

„Good morning, german left, your silence is our death“

Youtube-Video von der Demo

„Good morning, german left, your silence is our death“. Das war eine viel gerufene Parole auf der Demo in Berlin auf dem Heinrichsplatz. Israelis hatten sie am Mittwoch gegen die Besetzung palästinensischer Gebiete organisiert. Das Sprachengewirr auf dem Heinrichplatz in Berlin-Kreuzberg war am Mittwoch abend unüberhörbar. Dies bezeugte, daß Menschen vieler verschiedener Nationalitäten einem Aufruf in der Hauptstadt lebender Israelis zu einer Demonstration gegen den Angriff auf den Gazastreifen gefolgt waren. Diese habe laut Aufruf das Ziel, »als israelische Staatsbürger Weiterlesen