„Immer nur von Rache zu Rache, von Operation zu Operation – wir leben in wachsender Hoffnungslosigkeit, ohne ein Bild von der Zukunft“

„Immer nur von Rache zu Rache, von Operation zu Operation – wir leben in wachsender Hoffnungslosigkeit, ohne ein Bild von der Zukunft. Niemand in Israel kann sich vorzustellen, wie das Land in zwanzig Jahren aussehen mag – es macht zu viel Angst. In aufrichtigen Augenblicken gestehe ich mir ein, dass auch ich die Chance, dass es irgendwann anders werden wird, bezweifele. Es gibt Gründe für diese Verzweiflung. Weiterlesen

Verkehrte Fronten: wie Weserkurier und Ha’aretz berichten

Ausriss aus dem Weserkurier v. 10.07.14Statt von Deutschland aus mäßigend auf Israels Hardliner-Regierung einzuwirken, befürwortet der Weserkurier das Gegenteil: mehr Härte und mehr Unnachgiebigkeit gegenüber den Palästinensern. Statt nach Wegen für einen Waffenstillstand und für Verhandlungen zu suchen, gießen Daniel Killy (Chef vom Dienst) und Ulrich W. Sahm (Kommentator) regelmäßig in Artikeln und Kommentaren Benzin ins Feuer. Und sie üben sich natürlich in den üblichen Verkehrungen: die Schuldigen werden zu Unschuldigen gemacht, und umgekehrt. Weiterlesen

pax christi fordert: Hilfe für Mauer und Siedlungsbau im besetzten Palästina beenden

14-04-18 pax christi banner1Erklärung des Geschäftsführenden Bundesvorstandes anlässlich des 10. Jahrestages zum Mauergutachten des Internationalen Gerichtshof am 9. Juli 2004. 

pax christi fordert die Bundesregierung auf, alle Maßnahmen einzustellen, die mithelfen Mauer und Siedlungsbau im besetzten Palästina aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus appelliert pax christi an Unternehmen, Kirchen und Verbraucher/innen anlässlich des zehnten Jahrestages des „Mauer-Gutachtens“ des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag (IGH), Mauerbau und Siedlungen nicht länger zu unterstützen. 

In den von der UN-Vollversammlung angenommenem Grundsätzen aus dem Gutachten wird Israel aufgefordert, Weiterlesen

Drei neue U-Boote aus Deutschland für Israel

Die „Tanin“ wird das erste israelische U-Boot sein, das über den neuen von der Kieler HDW-Werft entwickelten Brennstoffzellenantrieb (für besonders lange Fahrtzeiten) verfügt. Es ist außerdem mit 68 Meter Länge das größte, das bisher in Deutschland gebaut wurde. Genaue Angaben zur Bewaffnung machten weder Israel noch die Werft. Aber, wie die Kieler Nachrichten v. 30.06.14 zu berichten wussten, ist das U-Boot mit zehn Torpedorohren ausgerüstet, durch die auch Flugkörper (also Raketen) Weiterlesen

Zakariya Masoud ist gestorben

Zacariya Masoud

Der gute Freund und politische Mitstreiter Zakariya Masoud hat uns für immer verlassen. Nach langem Leiden, das er tapfer und mit unbeugsamer Hoffnung auf Besserung bis zur letzten Minute ertragen hat, ist er in der Nacht zum Montag gestorben. Von Geburt war er Palästinenser, und das Schicksal seines Volkes hat sein ganzes Leben geprägt. Anders als wir, die wir uns sozusagen „von außen“ aus Empörung über das Unrecht, das man diesen Menschen seit Jahrzehnten angetan hat und immer noch antut, engagieren, war Zakariya unmittelbar betroffen und deshalb absolut authentisch. Er war ein direktes Opfer der Nakba (der palästinensischen Katastrophe von 1948, die eine ethnische Säuberung war). Als die zionistischen Milizen im April diesen Jahres Haifa stürmten, Weiterlesen

Der Rassismus in Israels Erziehungssystem

Bei dem Versuch, den Mord an Mohammed Abu Khdeir aus Shoafat, einem von Muslimen bewohnten Stadtteil Jerusalems, zu verstehen, klagt heute die israelische Tageszeitung „Ha’retz“ den gerade unter jungen Israelis verbreiteten Rassismus gegenüber Palästinensern an. Der Rassismus wuchere in der israelischen Gesellschaft wie ein Krebsgeschwür. Zehntausende seien infiziert. In den letzten Tagen hätte es jede Menge an Aufrufen zu Gewalt und Rache für die drei ermordeten Talmud-Studenten gegeben. Es läuft einem kalt den Rücken runter, wenn man in einige der Facebook-Kampagnen hineinsieht. Eine Gruppe mit dem Namen „The people of Israel demand revenge“ hatte inerhalb von zwei Tagen über 35.000 Mitglieder, viele von ihnen Soldaten. Viele schickten Fotos von sich. Zwei lächelnde weibliche Teenager z.B. umarmen sich und halten ein Stück Papier hoch mit der Aufschrift:  “Hating Arabs is not racism, it’s values.” Weiterlesen

Gesellschaft Schweiz-Palästina (GSP): Zur Zuspitzung der Gewalt in den besetzten Gebieten

Die Entführung und Tötung von drei jugendlichen Siedlerkolonisten in der Westbank ist zu verurteilen. Zu verurteilen ist jedoch auch die Erschiessung von 10 Palästinensern, unter ihnen zwei 7 und 15-jährige Jugendliche durch die israelischen „Sicherheitskräfte“. 1’500 Wohnungen von PalästinenserInnen wurden – verteilt über die ganze Westbank und meist mitten in der Nacht – durchsucht und geplündert. Weiterlesen

Amnesty International: „Kollektive Bestrafung wird nicht die Gerechtigkeit bringen, die die ermordeten Teenager verdienen“

Die Ermordung von drei entführten israelischen Teenagern verdient Gerechtigkeit. Doch manche falsch durchgeführten Übernacht-Aktionen und ihre fortlaufenden Praktiken laufen auf eine kollektive Bestrafung von Palästinensern in der Westbank hinaus und sind ein eklatanter Verstoß gegen die Vorgaben des internationalen humanitären Völkerrechts und der internationalen Menschenrechtsnormen, so Amnesty International. Weiterlesen

Ein willkommener Anlass zum Losschlagen

Israel reagiert auf den Mord an den drei Jugendlichen mit neuem furchtbaren Unrecht.

Arn Strohmeyer

Der Mord an den drei israelischen Jugendlichen ist moralisch verabscheuungswürdig und politisch äußerst dumm, weil er der Sache der Palästinenser wie früher die Selbstmordattentate nur schadet. Aber wenn man schon von Moral bzw. Unmoral spricht: Israel kommt dieser sinnlose Mord offensichtlich sehr gelegen. Denn nach der Bildung der nationalen Einheitsregierung kann die „moralischste Armee der Welt“ nun rücksichtslos und brutal gegen die Palästinenser insgesamt losschlagen, politische Institutionen zerstören, Hamas-Leute gleich massenhaft festnehmen und das Bombardement auf Gaza fortsetzen. Und das alles, obwohl niemandem bisher wirklich Schuld nachgewiesen werden konnte. Weiterlesen