Wir trauern um Rolf Verleger

Wir trauern um unseren Freund und Mitstreiter Rolf Verleger. Er war häufig bei uns in Bremen zu Gast. Wir, der AK Nahost Bremen und das Nahost-Forum-Bremen haben ihm viel zu verdanken. Noch am 4. September, auf einer sehr gut besuchten Zoom-Veranstaltung, referierte er bei uns über Zionismus, Kolonialismus und die Gründung Israels und erzählte uns, unvergesslich mit seiner leisen, ruhigen, freundlichen und eindringlichen Stimme, vom Schicksal seiner jüdischen Großfamilie im 18., 19., 20. und 21. Jahrhundert.

Rolf Verleger lehrte Neuropsychologie an der Universität Lübeck und war als Vertreter Schleswig-Holsteins von 2005 bis 2009 Mitglied im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland. 2006 verfasste er eine viel beachtete Petition für einen lebensfähigen Staat Palästina neben Israel und ein Aufsehen erregendes Buch „Der Irrweg Israels – eine jüdische Sicht“. Das Aufsehen in den Medien und der Politik führte nicht nur zur Popularität, sondern war der Beginn von Anfeindungen seitens der offiziellen jüdischen Organisationen, die die völkerrechtswidrige Politik Israels eher weniger hinterfragte. Weiterlesen

Zur Debatte über die Singularität des Holocaust und den Kolonialismus

Vorbemerkung: Ist der Holocaust singulär? Ist es ein Sakrileg, den Judenmord durch die Deutschen mit anderen Genoziden in der Geschichte zu vergleichen? Ist der Rassismus und die Apartheid-Politik in Israel ein Erbe bzw. eine Weiterführung des westlichen Kolonialismus? Diese Fragen werden zur Zeit in den Medien intensiv diskutiert. Einen guten Überblick über die Debatte mit vielen weiteren Verweisen veröffentlichte die Berliner Zeitung am 30.10.2021 in einen Artikel von Alon Confino, Amos Goldberg und Raz Segal mit dem Titel „Israelische Historiker: Kontextualisierung ist noch kein Schlussstrich“. Der Abdruck auf unserer Webseite erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.
Sönke Hundt Weiterlesen

IPPNW: „Menschenrechtsarbeit darf nicht kriminalisiert werden!“

IPPNW-Pressemitteilung vom 29. Oktober 2021
Terrorismusvorwurf gegen palästinensische Menschenrrechtsorganisationen

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW hat Bundesaußenminister Maas aufgefordert, sich gegenüber seinem israelischen Amtskollegen gegen die Kriminalisierung und für eine sofortige Rehabilitierung palästinensischer Menschenrechtsgruppen einzusetzen. Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz hat sechs palästinensische Menschenrechtsgruppen zu „terroristischen Organisationen“ erklärt. In dem Erlass des Verteidigungsministeriums werden die Gruppen ohne jegliche Beweise beschuldigt, „als Arm der Volksfront für die Befreiung Palästinas“ zu fungieren, einer linken politischen Partei, die von Israel, den USA und der EU wegen ihrer Ablehnung des Oslo-Abkommens als terroristisch eingestuft wurde. Weiterlesen

Gegen die Kriminalisierung von Zivilgesellschaft

Gegen Kriminalisierung von Zivilgesellschaft
Neuer Militärbefehl in Israel kriminalisiert palästinensische Menschenrechtsarbeit

pax christi fordert die Bundesregierung auf, sich bei der israelischen Regierung für palästinensische Menschenrechtsorganisationen einzusetzen.

Die deutsche Sektion der internationalen katholischen Friedensbewegung pax christi verurteilt scharf die Klassifizierung von sechs palästinensischen Menschenrechtsorganisationen als „terroristische Organisationen“ und sieht darin den Versuch einer Kriminalisierung der Menschenrechtsarbeit in den von Israel seit 1967 besetzten palästinensischen Gebieten. Weiterlesen

Andreas Zumach: Apartheid im „Heiligen Land“?! – und Strategien zu ihrer Überwindung

Andreas Zumach: Apartheid im Heiligen Land (?!) – und Strategien zu ihrer Überwindung
Vortrag mit anschließender Diskussion
Am: Donnerstag, den 14. Oktober. 2021; Um: 19.00 Uhr;
Ort: ZOOM-Veranstaltung (online)

Kann man, soll man, muss man die Situation in Israel/Palästina als Apartheid bezeichnen, wie das nach vielen anderen Beobachtern der Anfang dieses Jahres auch die israelischen und internationalen Menschenrechtsorganisationen Betselem und Human Rights Watch getan haben?

Was ist eigentlich genau Apartheid – und zwar nicht nur als Schlagwort? Wie steht es real darum in Israel/Palästina ,und welche Bezüge gibt es zur Apartheid-Entwicklung und Überwindung in Südafrika? Was wären Strategien? Was war dort ursächlich zur Überwindung – wirtschaftliche oder zivilgesellschaftliche Bewegungen o.ä.? Kann man etwas von der Entwicklung in Südafrika für Palästina/Israel lernen? Und was wäre die Perspektive für eine gerechte und menschenrechtskonforme Lösung des israelisch-palästinenischen Konflikts? Zwei Staaten oder ein gemeinsamer Staat? Weiterlesen

Gericht weist Klage gegen den Anti-BDS-Beschluss des Bundestages ab. Die Initiative BT3P kündigt Berufung gegen das Urteil an

Pressemitteilung: 8. Oktober
Am Berliner Verwaltungsgericht fand am 7. Oktober 2021 die mündliche Verhandlung in erster Instanz zur Klage der palästinensisch-jüdisch-deutschen Initiative Bundestag 3 für Palästina (BT3P) gegen den Anti-BDS-Beschluss des Deutschen Bundestags vom 17. Mai 2019 statt. Das juristische Ziel der BT3P ist es, die Nichtigkeit und Feststellung der Rechtswidrigkeit des Anti-BDS-Beschluss zu erreichen.

Die BT3P machten vor dem Gericht klar, dass ihre Menschenrechtsarbeit für Palästinenserinnen und Palästinenser Weiterlesen

Labour-Parteitag wagt es, Israel einen Apartheidstaat zu nennen.

Am 27. September 2021 verabschiedete der Labour-Parteitag mit überwältigender Mehrheit den fortschrittlichsten Antrag zu Palästina, der je von einer politischen Partei im Vereinigten Königreich angenommen wurde. In dem Antrag wird anerkannt, dass Israel das Verbrechen der Apartheid praktiziert. Der Antrag fordert klare Sanktionen als Reaktion darauf, einschließlich eines Stopps des Waffenhandels mit Israel. Er beschreibt die Erfahrung der Palästinenser mit einer andauernden Nakba und bekräftigt das Recht der palästinensischen Flüchtlinge, in die Häuser zurückzukehren, aus denen sie und ihre Familien 1948 und danach vertrieben wurden. Vorher hatte der TUC-Gewerkschaftskongress eine ähnliche Resolution verabschiedet. Weiterlesen

Sieg in der EU gegen den Handel mit Besatzern

Eine Europäische Bürgerinitiative zwingt die Europäische Kommission zu Schritten gegen den Handel mit illegalen Kolonien.
von Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern BIP e.V.

Eine EU- Bürgerinitiative hat einen wichtigen Rechtsstreit gewonnen und die Europäische Kommission gezwungen anzuerkennen, dass ein Verbot des Handels mit illegalen Kolonien keine Sanktion, sondern eine Handelsmaßnahme ist. Die Europäische Kommission ist nun verpflicBIP-Aktuell #189: Sieg in der EU gegen den Handel mit Besatzernhtet, das Verbot dem Europäischen Parlament zur Abstimmung vorzulegen. Ein neuer Bericht der Initiative „Don’t buy into Occupation“ legt das Ausmaß der finanziellen Verflechtungen zwischen europäischen Unternehmen und Firmen offen, die von der Besatzung profitieren. Weiterlesen

Fast 2/3 der in den USA ansässigen Nahost-Wissenschaftler sagen, dass Israel Apartheid praktiziert

Palestinians take part in a rally against Israel’s closure to Palestinians of what was formerly the main market street in Hebron, Shuhada Street, to accommodate illegal Jewish settlers in the city center, 2011. Palestinians changed the name of Shuhada Street to Apartheid Street to make clear the inequity. Photo by Mamoun Wazwaz

57% halten eine Zweistaatenlösung für unmöglich und 72% sind der Meinung, dass die Abraham-Vereinbarungen negative Auswirkungen auf die Aussicht auf Frieden in der Region haben. Von Michael Arria 21. September 2021 in Mondoweiss

Das Middle East Scholar Barometer ist eine gemeinsame Initiative der University of Maryland Critical Issues Poll und des Project on Middle East Political Science der George Washington University. Es handelt sich um eine Umfrage, die die Meinungen von in den Vereinigten Staaten ansässigen Nahost-Wissenschaftlern erfasst.

Im Februar (vor den Zwangsräumungen in Sheikh Jarrah und Israels jüngstem Angriff auf den Gazastreifen) wurde die erste Runde der Ergebnisse der Gruppe veröffentlicht. In dieser Umfrage bezeichneten 59 % der Wissenschaftler Israel als „Ein-Staat-Realität, die einer Apartheid gleichkommt“. 52 % erklärten, eine Zweistaatenlösung sei nicht mehr möglich. Weiterlesen