Im „Taz-Salon“ wird gefragt: „Wie antisemitisch sind wir?“

taz v. 10.09.16 – Ausriss

Die Fragestellung ist zwar etwas merkwürdig; aber die Veranstaltung am 13. September 2016, um 19 Uhr im Kulturzentrum Lagerhaus, Schildstraße 12-19, wird mit Sicherheit interessant. Teilnehmer des „Salons“ sind:

  • Helmut Hafner, zuständig für kirchliche Angelegenheiten in der bremischen Senatskanzlei,
  • Kirsten Kappert-Gonther, MdBB, Bündnis90/Die Grünen, Vorstandsmitglied der DIG Bremen,
  • Peter Ullrich, Zentrum für Antisemitismusforschung, Berlin und
  • Rolf Verleger, Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung, Lübeck.
  • Moderation: Benno Schirrmeister, Redakteuer der taz.nord.

Mit Rolf Verleger hat die Taz am 10.09.16 schon vorab ein Interview geführt. Weiterlesen

Hunderte von palästinensischen Flaggen im Stadion von Glasgow Celtic

Beim Champions-League-Spiel zwischen Glasgow Celtic und der israelischen Mannschaft Hapoel Beer Sheva am 17. August 2016 zeigten die Celtic Fans Flagge. Sie widersetzten sich den Drohungen der UEFA und den polizeilichen Warnungen und schwenkten hunderte von palästinensischen Flaggen.

Dies wird eine heftige Strafe der UEFA für Glasgow Celtic zur Folge haben. Die Celtic-Fans haben nicht nur sehr beeindruckend ihre Solidarität mit Palästina demonstriert, Weiterlesen

Neuer UNCTAD-Bericht: „Ohne die israelische Besatzung wäre die palästinensische Wirtschaft doppelt so stark“

Sperrmauer in Bethlehem

Die direkten und indirekten Folgen der israelischen Besatzung strangulieren die palästinensische Wirtschaft. Die United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) liefert seit Jahren gründliche Berichte über die katastrophalen Auswirkungen der Politik Israels in den besetzten Gebieten (Westbank) und den Gaza-Streifen. In ihrem jüngsten Bericht vom 6. September 2016 wird der Schaden zum ersten Mal mit Zahlen unterlegt, die „erschütternd“ sind. Der Report listet die unterschiedlichen Behinderungen der palästinensischen Ökonomie auf: Weiterlesen

Deutschland: Israels größter Waffenlieferant

IDF-Soldier with Matador-MP. Multi-purpose weapon with a warhead effective against a wide variety of ground targets. Lizenz: flickr commons

Die enge militärische Kooperation zwischen der BRD und Israel war bereits 8 Jahre alt, als die Bundesrepublik und Israel 1965 diplomatische Beziehungen aufnahmen. Beide Staaten hatten ein Interesse an einem nachhaltigen Aufbau ihrer Armeen und ihrer Rüstungsindustrie. Der Bundesrepublik aber war nach dem Krieg das Bauen schwerer Waffen verboten – und an einer offensiven Aufrüstung Israels hatten die USA, Großbritannien und Frankreich wegen der angedrohten Anerkennung der DDR durch die arabischen Staaten(1) vorerst kein Interesse.

Das Rückgrat der späteren israelischen Armee Tsahal bildeten die vielfältigen militärischen Organisationen(2), die vor 1948 die britische Besatzungsmacht und vor allem die Palästinenser bekämpften. Für die Versorgung dieser Gruppen Weiterlesen

Gideon Levy und Ilan Pappe diskutieren über Politik in Israel

Wird es in Israel eine Zukunft für eine sekulare Demokratie für alle Israelis und alle Palästinenser geben? Darüber diskutierten am 15. Juli 2016 der Haaretz-Journaliste Gideon Levy mit dem dem Historiker Ilan Pappe in der Westminster University in London. Leider auf englisch. Ab 1:13 bis 1:21:20 äußern sich beide zu BDS. Dort wird auch gesagt, dass der Brite Ken Loach bei seine Dankesrede für die goldene Palme sich gleich am Anfang für BDS speziell: Kultur-Boykott ausgesprochen hat.

Merkwürdiger Drohnen-Deal mit Israel

Israelische Heron-Drohne auf dem Salon du Bourget 2009. Bild: GNU Free Documentation License.

580 Millionen Euro sollen die Leasingraten für vier bis sechs „Heron TP“-Drohnen des israelischen Herstellers IAI betragen. Wie Tagesschau.de am 4. Juni 2016 berichtete, ist der Deal erstaunlich. Das Verteidigungsministerium hätte nämlich die „Predator“-Drohne vom US-Hersteller General Atomics zu erheblich günstigeren Bedingungen erwerben können. Sie sei zudem, wie deutsche Spitzenmilitärs „im vertraulichen Gespräch“ eingeräumt hätten, auch noch leistungsfähiger Weiterlesen

Petition: Keine Drohungen gegen die Tagesschau der ARD!

Ausriss aus der Bildzeitung v. 16.08.2016

Der Beitrag von Markus Rosch in der Tagesschau und in den Tagesthemen am 14. August 2016 (wir berichteten ausführlich) über den Wassernotstand in Palästina hat einen wahren shitstorm der Entrüstung hervorgerufen. Der Protest richtet sich aber nicht gegen die katastrophale Wasserversorgung in Palästina. Auch nicht dagegen, dass ein solcher Beitrag erst jetzt gesendet wird, wo doch von verschiedenen Seiten dieser Wassernotstand schon seit Jahrzehnten berichtet wird, u.a. von Amnesty International. Nein, der Protest bezieht sich auf die angeblich antisemitische, antiisraelische, tendenziöse Haltung des Autors und wird hauptsächlich damit begründet, er habe die israelische Seite nicht im O-Ton zu Wort kommen lassen. Weiterlesen

Rezension über zwei neue Bücher von Karin Leukefeld

  • Karin Leukefeld, Syrien zwischen Schatten und Licht, Menschen erzählen von ihrem zerrissenen Land, 2016, Rotpunktverlag, Zürich
  • Karin Leukefeld, Flächenbrand, Syrien, Irak, die arabische Welt und der islamische Staat, 2015, papyrossa, Köln

Karin Leukefeld ist eine ruhige Erzählerin, nicht sensationsheischend, authentisch. Sie beschreibt, was sie selbst gesehen, gehört und erfahren hat. Sie stellt dar, was sie gründlich recherchiert hat, aus allen Perspektiven aller Beteiligten abgewogen hat. Weiterlesen

Bizarre Flaggenverehrung in Israel

Bild: public domain

Nationalismus und die Verehrung der Nationalfahne gehören zusammen, besonders in Israels rechten Kreisen. Knesset-Abgeordnete vom rechten Flügel haben einen neuen Gesetzentwurf im Parlament eingebracht, nachdem in Zukunft bei jeder Veranstaltung, an dem Mitglieder der Knesset oder der Regierung teilnehmen, die israelische Flagge gezeigt werden muss. Bei Zuwiderhandlungen droht den Veranstaltern eine Geldbuße von 1.300 Shekel (rd. 300 Euro). Außerdem dürfen Vertreter des Staates für die nächsten sechs Monate an keinem Event einer Organisation mehr teilnehmen, das gegen dieses (geplante) Gesetz verstoßen hat. Weiterlesen

Uri Avnery über Olympia, Bronzemedaillen, jüdischen Stolz, Diaspora-Juden in Berlin, die Unterscheidung von „Juden“ und „Hebräern“ u.v.a.m

eine neue Anzeige in Ha’aretz

DIE SZENE am Ben Gurion-Flughafen dieser Woche war ziemlich erstaunlich. Mehr als ein Tausend männlicher Fans kamen, um zwei israelische Judokämpfer – ein weiblicher und ein männlicher – willkommen zu heißen. Sie hatten beide bei den Olympischen Spielen in Rio eine Bronze-Medaille gewonnen. Es war ein sehr lauter Empfang. Die Menge wurde wild, schrie, stieß, erhob die Fäuste.

Doch Judo ist in Israel kein sehr populärer Sport. Die israelischen Sportbegeisterten drängen sich bei Fußballspielen wie auch in Basketballplätzen. Doch bei diesen beiden Sportarten ist Israel weit davon entfernt, irgendwelche Medaillen zu gewinnen. Weiterlesen