Bizarre Flaggenverehrung in Israel

Bild: public domain

Nationalismus und die Verehrung der Nationalfahne gehören zusammen, besonders in Israels rechten Kreisen. Knesset-Abgeordnete vom rechten Flügel haben einen neuen Gesetzentwurf im Parlament eingebracht, nachdem in Zukunft bei jeder Veranstaltung, an dem Mitglieder der Knesset oder der Regierung teilnehmen, die israelische Flagge gezeigt werden muss. Bei Zuwiderhandlungen droht den Veranstaltern eine Geldbuße von 1.300 Shekel (rd. 300 Euro). Außerdem dürfen Vertreter des Staates für die nächsten sechs Monate an keinem Event einer Organisation mehr teilnehmen, das gegen dieses (geplante) Gesetz verstoßen hat. Weiterlesen

Uri Avnery über Olympia, Bronzemedaillen, jüdischen Stolz, Diaspora-Juden in Berlin, die Unterscheidung von „Juden“ und „Hebräern“ u.v.a.m

eine neue Anzeige in Ha’aretz

DIE SZENE am Ben Gurion-Flughafen dieser Woche war ziemlich erstaunlich. Mehr als ein Tausend männlicher Fans kamen, um zwei israelische Judokämpfer – ein weiblicher und ein männlicher – willkommen zu heißen. Sie hatten beide bei den Olympischen Spielen in Rio eine Bronze-Medaille gewonnen. Es war ein sehr lauter Empfang. Die Menge wurde wild, schrie, stieß, erhob die Fäuste.

Doch Judo ist in Israel kein sehr populärer Sport. Die israelischen Sportbegeisterten drängen sich bei Fußballspielen wie auch in Basketballplätzen. Doch bei diesen beiden Sportarten ist Israel weit davon entfernt, irgendwelche Medaillen zu gewinnen. Weiterlesen

Tagesthemenbeitrag über Wassermangel in Palästina schlägt hohe Wellen

Tagesthemen v. 14.08.2016, ab Minute 3:28

(Clemens Messerschmid kommt am 8. November 2016 nach Bremen)
Der Beitrag von Clemens Messerschmid in Tagesschau und Tagesthemen am 14. August 2016 über die Wasserknappheit in der Westbank schlägt ziemlich hohe Wellen. Die ARD hat sich dazu entschlossen eine Presseerklärung heraus zu geben, da sie wohl von Reaktionen überrannt wurden. Der Beitrag  „Stellungnahme zur Kritik am Tagesthemen-Beitrag vom 14.08.2016. Von ARD Studio Tel Aviv am 15/08/2016 um 20:39 Uhrfindet sich auf http://blog.br.de/studio-tel-aviv/. (etwas runterscrollen!) Weiterlesen

„Der ewige Kampf ums Wasser“ – Interview mit Clemens Messerschmid im Bayerischen Rundfunk

„Seit zwanzig Jahren geht es rückwärts“. Der deutsche Wasserexperte Clemens Messerschmid findet deutliche Worte, wenn es um Wasser und Wasserverteilung geht.

Jedes Jahr wird wegen der Wasserversorgung gestritten.
Jeden Sommer beschuldigen sich Israelis und Palästinenser gegenseitig wegen der schlechten Wasserversorgung. Fakt ist: Jeden Sommer wieder gibt es in den palästinensischen Dörfern massive Probleme mit der Wasserversorgung. In diesem Jahr ist es besonders schwerwiegend, sagt der Hydrogeologe Clemens Messerschmid: Weiterlesen

Was hat die Besatzung mit uns hier in Deutschland zu tun? Viel.

Immer wieder hört man derzeit Leute sagen, in Israel sei es gerade wohl „sehr ruhig“. Gemeint ist, dass die Nachrichten nicht unaufhörlich von Messerattacken, einem „Gazakrieg“ oder anderen Katastrophen berichten. Leider sieht die Realität vollkommen anders aus. Das Maß der Katastrophe sollte am individuellen und kollektiven Schicksal gemessen werden und nicht an der Sensation, die die Nachricht in die Schlagzeilen katapultiert. Aber offensichtlich sind alltägliche, sich ständig wiederholende Ereignisse – seien sie noch so katastrophal und schicksalhaft für die Geschädigten – selten eine Meldung wert. Weiterlesen

Google-Maps macht Außenpolitik gegen Palästina

Screenshot von Google Maps (09.08.2016)

Der Welt größte Suchmaschine – Google – hat die Bezeichnung „Palestine“ von ihren Landkarten gelöscht; es existiert nur noch Israel. Wie das Middle East Forum am 4. August 2016 meldete, hat das „Palestinian Journalists‘ Forum“ diese Entscheidung von Google scharf kritisiert. Das Forum wirft dem Konzern vor, sich mit Israel verbündet zu haben und Geschichte und Geographie zu verfälschen.

Bis jetzt haben die großen Medien, bis auf Russia Today diese gravierende Veränderung noch nicht zur Kenntnis genommen. Die Suche bei Google-News ergaben allerdings bei Spiegel-online (v. 03.05.2016) und Zeit-online („Google-Maps schaut durch die israelische Brille“ v. 29.05.2013) ganz interessante Ergebnisse aus dem Jahr 2013 (!). So wurde über die Praxis von Google berichtet, einerseits die israelischen (nach internationalem Recht illegalen) Siedlungen detailliert auszuweisen Weiterlesen

Avi Primor zur Situation in seiner Heimat: „Frieden schließen!“

„Ja, es gibt in Deutschland wie anderswo Antisemitismus, und zwar aus religiösen, rassistischen und nationalistischen Gründen. Aber insgesamt geht der Antisemitismus sehr langsam zurück. Ich halte Antisemitismus nicht für einen politischen Faktor, der die israelische Politik kümmern muss. Die meisten, die die Israelis kritisieren, kritisieren uns sachlich, sie kritisieren die israelische Politik und Besatzung, aber nicht Israel als Staat und die Israelis als Volk.“

So antwortete der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland (von 1993 bis 1999) auf die Frage, ob er „in Deutschland antisemitische Einstellungen auf dem Vormarsch“ sehe, gerade angesichts der Erfolge der rechtspopulistischen AfD. Weiterlesen

Rolf Verleger und Yazid Shammout: „Wir wollen, dass Wort und Taten zusammenpassen“

Rolf Verleger und Yazid Shammout in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen vom 2. Juli 2016 über das Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung – das in Hannover gegründet worden ist.

Sie rufen am heutigen Sonnabend in Hannover eine Initiative ins Leben, die die Zwei-Staaten-Lösung zwischen Israel und Palästina befördern soll. Hat es bisher an Nahostinitiativen gemangelt?

Rolf Verleger: Nein, aber wir richten uns gezielt an die deutsche Politik, die immer noch einseitig für die israelische Politik Stellung nimmt, trotz alltäglicher Menschenrechtsverletzungen an Palästinensern durch das Besatzungsregime. Weiterlesen

Neues „Palästina-Info“ Juni 2016 erschienen

Die neue Sommer-Ausgabe des halbjährlich erscheinenden Magazins Palästina-Info widmet sich aktuellen Themen aus Israel/Palästina. Einer neuen Umfrage zufolge ist die israelische Gesellschaft in politischer und religiöser Hinsicht tief gespalten. Rund die Hälfte der Bevölkerung befürwortet die Idee des „Transfers“, also die Vertreibung von arabischen BürgerInnen, die 19% der Bevölkerung ausmachen. 97% finden, dass jüdische gegenüber den palästinensischen BürgerInnen bevorzugt werden sollten. Derweil ist der Anteil arabischer Israelis, die an die Möglichkeit der Koexistenz eines zukünftigen palästinensischen Staats neben Israel glauben, von 74% im Jahr 2013 auf 50% gesunken.

Oppositionellen weht ein scharfer Wind entgegen, und immer häufiger warnen KommentatorInnen vor der Entwicklung zu einem totalitären Staat. Für die palästinensische Bevölkerung verheisst dies nichts Gutes. Im vorliegenden Palästina-Info gehen wir exemplarisch auf ein paar der aktuellen Brennpunkte ein: die „Normalität“ der Tötung verdächtig scheinender PalästinenserInnen; die Vertreibung in Jerusalem unter dem Vorwand archäologischer Grabungen; das Kalkül mit dem lukrativen Geschäft des Wiederaufbaus. Weiterlesen