Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier absolvierte vom 30. Juni bis 2. Juli einen dreitägigen Staatsbesuch in Israel. Der Grund: die Verabschiedung des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin. Dass Steinmeier mit militärischen Ehren empfangen wurde, dass er Yad-Vashem besuchte, dass von beiden Staatspräsidenten die unverbrüchliche Freundschaft zwischen Israel und Deutschland beschworen wurde und dass beide Staaten entschlossen seien, „gegen Antisemitismus, Rassismus und Hass“ zu kämpfen (Zeit-online v. 01.07.21) – davon war in den bundesdeutschen Medien ausführlich die Rede. Dass Steinmeier auch auf den israelisch-palästinensischen „Konflikt“ einging, wurde, wenn überhaupt, nur am Rande erwähnt. Und überhaupt nicht berichtet wurde über den Inhalt seiner bemerkenswerten Rede. Weiterlesen
Cyber-Bevölkerungskontrolle
Der Fall NSO/Pegasus: Cyber-Überwachung – eine furchtbare politische und kommerzielle Waffe für Israel. Die Firma NSO, deren Cyberspionage-Software Pegasus unter anderem von Marokko und Saudi-Arabien eingesetzt wurde und die französische Journalisten ins Visier genommen hat, ist das bekannteste der in Israel ansässigen Überwachungsunternehmen. Diese Firmen verkaufen ihre Fähigkeiten, ohne darauf zu achten, wie sie eingesetzt werden. In seinem Buch L’État d’Israël contre les Juifs (La Découverte, Februar 2021) beschreibt Sylvain Cypel die Ursprünge und Aktivitäten von NSO und Co. Weiterlesen
Liebe Israel/Palästina Interessierte,
1. Ein neuer Film „Gaza Mon Amour“ läuft nur noch 3 Tage im Cinema Ostertor. Der Trailer hier Ostertor Kino, Bremen, Mo. 26.7. 18:50 Di. 27.7. 18:50 Mi. 28.7. 18:50
2. Im BIP-Aktuell #178 wird der UN Sonderberichterstatter für die besetzten Gebiete, Michael Lynk (Kanada), zitiert: Michael Lynk kommt zu dem bemerkenswerten Schluss: „Eine Besatzungsmacht, die unter Missachtung des Völkerrechts und des Römischen Statuts zivile Siedlungen initiiert und ausbaut, kann es mit dem Frieden nicht ernst meinen. Und eine internationale Gemeinschaft, die einer unnachgiebigen Besatzungsmacht, welche Kriegsverbrechen begeht, keine Rechenschaftspflicht auferlegt, kann es mit ihren eigenen Gesetzen nicht ernst meinen.“ Der ganze Text hier. Weiterlesen
Boykott – kein Eiscreme für illegale Siedler
Eigentlich ist etwas passiert, was entsprechend den völkerrechtlichen Normen („westliches Wertesystem“) völlig normal sein sollte: ein us-amerikanischer Hersteller von Eiscreme („Ben & Jerry’s“) kündigte an, zukünftig die illegalen jüdischen Siedlungen in der Westbank nicht mehr zu beliefern zu wollen.
Die Reaktion des offiziellen Israels könnte heftiger nicht sein. Die neue Regierung mit Premierminister Naftali Bennet, Außenminister Yair Lapid und Finanzminister Avigdor Liebermann und natürlich auch der neue Oppositionsführer Netanyahu drohten, „mit aller Kraft“ gegen diesen Boykott zu kämpfen. Israels UN-Botschafter Gilad Erdan äußerte sich so: „Wir nehmen diese Entscheidung sehr ernst. Sie bedeutet de facto die Übernahme antisemitischer Praktiken, die Delegitimierung des jüdischen Staates Israels – und sie trägt bei zur Entmenschlichung des jüdischen Volkes.“ Weiterlesen
Wir wünsche allen unseren muslimischen Freundinnen und Freunden und ihren Familien ein frohes und gesegnetes Opferfest!
Mit dem Blick liebevoller wachsamer Augen

Ausriss aus dem nd v. 18.07.2021
Auf Wunsch von Esther Bejarano hielt ihr enger Freund Rolf Becker im Beisein von fast 3000 Anwesenden, mit zahlreichen Vertretern des offziellen Judentums und prominenter Politiker, eine sehr persönliche Rede, die alle Facetten ihres Lebens einbezog. So auch eine längere Passage über die Ablehnung der israelischen Besatzungspolitik, den Gründen für ihre Rückkehr in das Land der Täter, ihre Sympathie für die israelkritische Solidaritätsbewegung und die Ablehnung der absurden Antisemitismusvorwürfe gegen die Bewegung. Ein Vorwurf, von dem auch sie nicht verschont blieb. Rolf Beckers Rede muß für viele Anwesende auf der Trauerfeier mit ihren doppelmoralischem Verhalten ein Schlag in die Magengrube gewesen sein, denn wo in der Republik konnte man in den Medien darüber lesen, daß Esther Bejarano konsequent gegen jede Form der Unterdrückung, von Hass, Verfolgung und Vernichtung eintrat.
Im folgenden dokumentiert die junge Welt v. 21.07.2021 die Trauerrede des Schauspielers Rolf Becker zur Beisetzung von Esther Bejarano auf dem Jüdischen Friedhof Ohlsdorf in Hamburg, gehalten am Sonntag, dem 18. Juli 2021.
In Erinnerung an Esther Bejarano
Die in Hamburg lebende Esther Bejarano, Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, ist am Samstagmorgen im Alter von 96 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in Hamburg verstorben. Sie möge in Frieden ruhen!
Sie war ein Vorbild, eine glaubwürdige, unermüdliche Kämpferin gegen Rechts, gegen Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung und Unterdrückung. Sie trat sehr zum Missvergnügen vieler selbsternannter „Freunde“ Israels für die Verständigung mit den Palästinensern und für freie Meinungsäußerung ein. Und sie erklärte sogar ihre Unterstützung der weltweiten und in Deutschland besonders heftig vom politischen und journalistischen Mainstream bekämpten BDS-Bewegung. Weiterlesen
Das harte Durchgreifen der Palästinensischen Autonomiebehörde gegen die Menschenrechte entlarvt ihre Schwäche
BIP-Aktuell #175: Keine Autonomie für Palästinenser*innen
Offener Brief an alle Abgeordneten der Bremer Bürgerschaft: „Beschluss ist sehr einseitig!“

Foto: wikimedia commons von 2018
Die Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft haben zu den jüngsten kriegerischen Auseinandersetzungen in Israel / Palästina einen einstimmigen Beschluss gefasst. Es handelte sich um einen Dringlichkeitsantrag von CDU, SPD, Grünen, Linken und FDP, dem sich die Abgeordneten von AfD und Bürger in Wut anschlossen. Der Beschluss ist – obwohl von links bis extrem rechts alle zugestimmt haben, nur als sehr einseitig und gleichzeitig uninformiert zu bezeichnen.
Claus Walischewski Israelischen Komitee gegen Hauszerstörungen (ICAHD) hat dazu einen Brief an alle Abgeordneten geschrieben. Weiterlesen
BIP-Aktuell #173: Wer und was ist die Hamas?von Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern BIP e.V. |
Geschichte und Entwicklung der Bewegung des islamischen Widerstands
Zusammenfassung: Die Hamas-Partei existiert seit über dreißig Jahren und wurde zur stärksten bewaffneten Gruppe im Kampf gegen die israelische Besatzung. Die Ereignisse vom Mai 2021 erhöhten ihre Popularität unter den Palästinensern. Ermordungen von hochrangigen Hamas-Führern machten die Hamas nur militanter. Die Vorenthaltung der Rechte der Palästinenser durch den Westen hat die Hamas stärker gemacht.
Die Hamas-Partei ist ein wichtiger politischer Akteur in Palästina. Unter den verschiedenen palästinensischen Gruppen, Bewegungen und politischen Parteien ist die Hamas in Deutschland sehr wenig bekannt. Deutsche Journalisten und Politiker begehen oft den Fehler, als seien alle oder die meisten Palästinenser Hamas-Anhänger. Die Realität ist komplexer.

