Der Bundesregierung ist ein bemerkenswertes Schreiben aus Israel zugegangen. Wie die taz exklusiv berichtete, ist die Bundesregierung aufgefordert worden, die Unterstützung für Dutzende Menschenrechtsorganisationen in Israel und den palästinensischen Gebieten „grundsätzlich zu überdenken“.
Neben politischen Stiftungen, kirchlichen Hilfsorganisationen und ihren Partnern in Israel und Palästina betrifft die Beschwerde auch „Anti-Israel-Aktivitäten“ des Jüdischen Museums in Berlin sowie die deutsche Förderung von Filmen von vermeintlichen Unterstützern der Boykottbewegung BDS (s.u.) …


Vor einem Jahrhundert, am 9. September 1917, der Erste Weltkrieg war noch nicht zu Ende, erfolgte in Berlin die Gründung der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, heute bezeichnet als Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (abgekürzt: ZWSt). Die Gründungsinitiative ging aus vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebund (DIGB), der Großloge für Deutschland B’nai B’rith und dem Jüdischen Frauenbund (JFB). Sie sollte dazu dienen, die Wohlfahrtspflege in allen jüdischen Gemeinden Deutschlands auf überregionaler Ebene zusammenzufassen, seitens der Zentrale mit den örtlichen Gemeinden zusammenzuarbeiten sowie Provinzial- bzw. Landesverbände zu schaffen.
Am 16. Januar 2009 verlor der Arzt Izzeldin Abuelaish drei seiner Töchter und eine Nichte, als zwei israelische Panzergranaten in sein Haus in Gaza einschlugen. Sein Bruder und eine weitere Tochter wurden schwer verletzt. Der Arzt erlangte traurige Berühmtheit, weil es ihm wegen seiner guten Verbindungen nach Israel noch während des Angriffs gelang, seinen Freund, den Fernsehjournalisten Shlomi Eldar mitten in einer Interviewsendung (auf Channel 10) anzurufen und von ihm life zugeschaltet zu werden. So konnten die israelischen Zuschauer und Zuschauerinnen seine Anklagen und Hilferufe miterleben. „Sie haben mein Haus bombardiert. Sie haben meine Töchter getötet. Was haben wir getan?“
Israels Versuche, aktiv die politische Meinung in anderen Ländern zu beeinflussen, sind nicht neu. Dass dieser Einfluss auch online ausgeübt werden soll, war für viele plausibel. Ein Video von Bildungsminister Naftali Bennett zeigt nun, dass diese Vermutung korrekt war.