So desinformiert der Weserkurier: „Israels Angst vor ‚leiser Intifada'“

Der Tod eines drei Jahre alten Säuglings an einer Haltestelle der Light Train in Ost-Jerusalem hat eine Welle von zum Teil gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der israelischen Armee und Polizei und Palästinensern ausgelöst. Bei dem Vorfall war ein junger Palästinenser mit einem Auto mit hoher Geschwindigkeit in eine Gruppe wartender Personen gerast. Ein Säugling starb; sieben Personen wurden verletzt. Der Fahrer wurde von der Polizei erschossen, als er versuchte wegzulaufen. Weiterlesen

Der Zionismus vor seinem historischen Ende?

Moshe Zuckermanns neues Buch zeigt auf, in welche politische Ausweglosigkeit Israel durch seine Staatsideologie geraten ist

Der politische Wind hat sich gedreht – nicht zuletzt durch den Angriff Israels auf den Gaza-Streifen im Sommer -, der nicht, wie Israel ihn darstellt, ein „Krieg gegen den Terrorismus“ war, sondern ein weiteres großes Massaker an den Palästinensern, wie der zionistische Siedlerkolonialismus schon viele andere – von Deir Jassin bis Sabra und Schatila – begangen hat. Israel hat diesen „Krieg“ gegen den Gaza-Streifen militärisch natürlich gewonnen, was bei seiner gewaltigen militärischen Übermacht nicht verwundert, aber politisch hat es ihn verloren, denn die Welt beginnt – endlich! – zu begreifen, was sich in Israel/Palästina wirklich abspielt. Siehe die weltweiten Proteste gegen die Politik des zionistischen Staates, die Erfolge der BDS-Kampagne und die Ankündigung mehrerer Staaten, Palästina völkerrechtlich anzuerkennen. Weiterlesen

Petra Wild („Israel zwischen Siedlerkolonialismus und Apartheidstaat“) in der Villa Ichon

Das Buch „Apartheid und ethnische Säuberung in Palästina“ (ISBN 978-3-85371-355-6) trifft in der Bundesrepublik auf eine Wahrnehmungsblockade, die in Frage zu stellen das Verdienst seiner Verfasserin ist: Petra Wild, Arabistin und Islamwissenschaftlerin hat mit ihrer Untersuchung über den „zionistischen Siedlerkolonialismus in Wort und Tat“ (so der Untertitel der Studie) einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung über die dunkelsten Seiten der Entstehung und Entwicklung Israels geleistet. Eingeladen vom Nahost-Forum Bremen, der Bremer Gruppe des israelischen Komitees gegen Häuserzerstörung ICAHD sowie der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft DPG hat Petra Wild (Berlin) in der Villa Ichon zum Thema ihres Buches gesprochen. Weiterlesen

Die israelische Zivilgesellschaft fordert das britische Parlament auf, Palästina als Staat anzuerkennen

Am Montag, den 13. Oktober 2014, wird im Britischen Parlament über einen Antrag der Labour-Partei abgestimmt, einen selbständigen Staat Palästina anzuerkennen. Die Abstimmung habe zwar nur symbolische Bedeutung, aber sie signalisiere, „in welchem Ausmaß Israel in der Schlacht um die öffentliche Meinung in Großbritannien an Boden verliert“. So der britische Guardian am Abend vor der Abstimmung. Wie die Abstimmung ausgehen wird, ist offen. Hinter den Kulissen werde heftig um die Abstimmung gestritten.

In dieser Situation haben 363 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Israel einen gemeinsamen Brief an die Abgeordneten des britischen Parlaments unterzeichnet, in dem dieses aufgefordert wird, für den Antrag zu stimmen. Der Brief wurde initiiert von Dr. Alon Liel, dem ehemaligen Director-General des israelischen Außenministeriums, Prof. Armiram Goldblum, dem Gründer des Peace Movements und Yehuda Shaul von „Breaking the Silence“. Weiterlesen

»Die jungen Menschen beider Seiten sind kriegsmüde«

Das »Komitee für Grundrechte und Demokratie« setzt sich für inhaftierten israelischen Militärdienstverweigerer ein. Gespräch mit Helga Dieter
Interview: Gitta Düperthal

Das »Komitee für Grundrechte und Demokratie« hat 1.100 Unterschriften für die Freilassung des Kriegsdienstverweigerers Udi Segal aus dem Militärgefängnis in Israel gesammelt. Was ist der Hintergrund dieser Kampagne? Weiterlesen

Die Beschwörung der Antisemitismus-Gefahr als politische Waffe

Arn Strohmeyer auf dem Marktplatz am 23. Juli 2014

Ein Nachwort zu der Demonstration des Zentralrats am Sonntag in Berlin.
von Arn Strohmeyer

Dieter Graumann vom Zentralrat der Juden in Deutschland hatte gerufen und alle, alle kamen – die Bundeskanzlerin, der Bundespräsident, Minister, die Spitzen der Kirchen und sogar der muslimischen Verbände, um Flagge zu zeigen und Solidarität auszudrücken. Wofür und wogegen? Für einen Staat, dessen „moralischste Armee der Welt“ gerade über 2000 Menschen umgebracht und Zehntausende verletzt und einen ganzen Landstrich in Schutt und Asche gelegt hat. Weiterlesen