Das hat es in den letzten Jahrzehnten noch nie gegeben: über 700 Studenten der Universität Leipzig stimmten fast einstimmig dafür, den Krieg Israels gegen die Palästinenser in Gaza öffentlich zu verurteilen und alle Beziehungen zu israelischen Universitäten abzubauen. Orlando ist Sprecherin der Students for Palestine Leipzig und erklärt in einem Gespräch mit Etos.media (v. 07.062026):
„Die fast 700 anwesenden Studenten haben fast einstimmig sechs Forderungen angenommen. Unter ihnen ist der Aufruf, den Völkermordkrieg gegen Gaza, einschließlich des Scholastizids, anzuerkennen und öffentlich zu verurteilen. Die Studierenden beschlossen auch, dass die Universität Leipzig alle Verbindungen zu israelischen Universitäten und Institutionen abbrechen muss. Es ist das erste Mal, dass eine deutschsprachige Universität eine Generalstudentenversammlung zum akademischen Boykott veranstaltet. […]
Bei der Gestaltung der Forderungen haben wir uns andere Bewegungen in Deutschland und auf der ganzen Welt angesehen, weil wir keineswegs die einzigen Studenten oder Universitätsmitarbeiter sind, die sich für einen akademischen Boykott einsetzen. Wir haben uns auch speziell auf den Aufruf der palästinensischen Zivilgesellschaft, PACBI, von 2004 konzentriert, der Forderungen und Richtlinien für sinnvolle akademische Boykotts umreißt. Aufbauend auf dieser umfangreichen Arbeit formulierten wir eine Reihe von vorgeschlagenen Forderungen für die Generalstudentenversammlung, einschließlich der Beendigung aller Verbindungen zu israelischen Universitäten.[…]
Die Boykottbewegung gegen Südafrika hat historisch gezeigt, dass organisierte Boykotte ein wirksames Instrument zur Bekämpfung von Apartheidsystemen sein können. Deshalb kämpft PACBI (die palästinensische Kampagne für den akademischen und kulturellen Boykott Israels) seit 2004 für einen solchen Boykott. Als Studenten für Palästina Leipzig haben wir im Oktober 2025 einen Bericht veröffentlicht, der nicht nur die Verbindungen zwischen der Universität Leipzig und den israelischen Universitäten dokumentiert, sondern auch ausführlich zeigt, wie diese Universitäten als wichtiger Teil des israelischen Staatsapparats fungieren. Wir sind daher der Ansicht, dass die Zusammenarbeit mit diesen Universitäten an sich problematisch ist, weil gerade der Akt der Zusammenarbeit diese Institutionen legitimiert und normalisiert.“
Quelle: Jule Stein: Leipzig: „Von einem Zentrum der Zionisten in ein Zentrum der Antiimperialisten“.
In: Etos.media v. 07.06.2026 (automatische Übersetzung)
https://etosmedia.de/politik/leipzig-from-a-centre-of-zionists-into-a-centre-of-anti-imperialists/
