Der Weser Kurier berichtete heute (29.09.2026) relativ sachlich und ziemlich ausführlich über dieses denkwürdige Fußballspiel. Hintergrund der Spannungen sei die Rolle Israels im Gaza-Konflikt. In Irland habe es seit der Auslosung heftige Proteste gegeben. Und: „In Irland gibt es eine enorme Unterstützung für Palästina – wahrscheinlich die größte in ganz Europa.“
Was war passiert? Im ungarischen Debrecen hat die irische Nationalmannschaft am 27.09.2026 gegen die israelische mit 3 : 0 im UEFA-Nations-League-Länderspiel gewonnen. Bei dem Spiel waren die Iren mit schwarzen Armbinden aufgelaufen; bei Abspielen der israelischen Nationalhymne hielten sie demonstrativ ihre Köpfe gesenkt. Es gab kein – wie sonst üblich – Abklatschen vor und nach dem Spiel.
Das Spiel sorgte seit Monaten für heftige Diskussion in Irland. Der irische Fußballverband hatte ursprünglich verlangt, bei den Turnieren von vornherein eine Begegnung mit der Mannschaft aus Israel auszuschließen, was der europäische Dachverband allerdings ausgeschlossen hatte. Irlands Nationaltrainer, der Isländer Heimir Hallgrimsson fühle sich nicht wohl, wenn die Spiele (Hin- und Rückspiel) absolviert werden müssten. Er habe mit jedem einzelnen Spieler gesprochen. „Wir spielen nicht mit dem Genozid, wir spielen gegen den Genozid. Wir spielen gegen Israel, nicht mit Israel.“ Der irische öffentlich-rechtliche TV-Sender RTÉ habe angekündigt, die Spiele zwar zu übertragen, weil man dazu vertraglich verpflichtet sei. Allerdings werde es keine Vor- und Nachberichterstattung im Studio geben. (Information aus dem Bericht der Jüdischen Allgemeinen v. 22.09.2026, online-Ausgabe)