In der EU ist mal wieder ein neuer Vorstoß für Sanktionen gegenüber Israel gescheitert. Spanien, Belgien und Irland hatten dafür geworben, endlich einige der Freihandelsvorteile für Israel zu streichen. Aber: der deutsche Außenminister Johann Wadephul und die Mehrheit der EU-Außenminister hielten die Maßnahmen für „unangebracht“. Für „unseren“ Weser Kurier (v. 22.04.2026) war die Ablehnung von Sanktionen immerhin der Anlass für einen durchaus kritischen Kommentar. Katrin Pribyl, die Kommentatorin, schreibt:„Die EU ist machtlos im Nahen Osten, wenn sie nicht endlich ihre Handelsbeziehungen als Druckmittel einsetzt. Solange in Israel hassverbreitende Ultranationalisten in der Verantwortung stehen, die es befürworten, dass das Militär schießen darf, wenn palästinensische Kinder Steine werfen, wird sich nichts ändern. Im Gegenteil, es wird mehr verwüstet, zerstört, vertrieben, verletzt oder sogar getötet als je zuvor. Die Netanjahu-Regierung schafft – im Schatten der Kriege in Gaza, Iran und im Libanon – im Westjordanland täglich Fakten und untergräbt damit die, wenn auch aktuell aussichtslosen, Bemühungen um eine Zweistaatenlösung. […] Netanjahu hat keine Nachsicht verdient. Seine Ignoranz gegenüber Menschenrechten und seine unverhohlene Verachtung gegenüber den einstigen engen politischen Verbündeten machten den Stimmungswandel in den europäischen Machtzirkeln überhaupt erst möglich.“
Der Kommentar ist zwar für die Verhältnisse in den Mainstream-Medien deutlich, die völkerrechtsrelevanten Kategorien wie „Genozid“ oder „Apartheid“ allerdings werden sorgfältig vermieden.