Dieser Reisebericht ist zwar nicht ganz aktuell und berücksichtigt nicht die jüngsten Entwicklungen – er ist aber trotzdem wegen seines Detailreichtums und seiner Eindrücklichkeit sehr, sehr lesenswert. Wir bringen hier nur den Anfang. Der vollständige Bericht mit zahlreichen Bildern kann hier als pdf-Datei downgeloaded und nachgelesen werden.
Vorbemerkung
Dieser Reisebericht ist ein persönlicher Erfahrungsbericht, er kann und will nicht vollständig sein. Jede:r Leser:in wird ergänzende, korrespondierende oder widersprechende Erfahrungen gemacht und Informationen oder Einschätzungen gesammelt haben, die diesen Bericht ergänzen und bereichern. Ich freue mich daher über Rückmeldungen und vor allem vertiefende Gespräche. Dieser Reisebericht soll Anlass bieten, Erfahrungen und Überzeugungen zu teilen und ggf. unser zivilgesellschaftliches Handeln in Deutschland darauf auszurichten. Der Bericht ist nicht neutral, er wird getragen von Anteilnahme am Leiden aller Menschen, die von Unterdrückung und Verfolgung betroffen sind und dem Wunsch, solidarisch mit Ihnen zu sein.
Meine Solidarität richtet sich hier insbesondere auf das palästinensische Volk, das seit sieben Dekaden unter Besatzung lebt und das Recht auf Selbstbestimmung, Schutz, Sicherheit und internationaler Gleichberechtigung nicht verwirklichen konnte. Meine Haltung wird mitgetragen von der Annahme der Unteilbarkeit der allgemeinen Menschenrechte, der Würde jedes einzelnen Menschen, der Notwendigkeit des Schutzes insbesondere von Kindern, der Überzeugung, dass der Planet für alle kommenden Generationen erhalten werden muss und genug für alle da ist, wenn gerecht geteilt wird. Meine Reise begann mit vielen offenen Fragen, insbesondere welche politischen Begriffe und Bezeichnungen zutreffend für die Situation in Palästina sein könnten. Begriffliche Einordnung steht nicht an erster Stelle, Erfahrungen und Geschehnisse auch einfach erzählt und beschrieben werden; allerdings ist die Wortwahl wichtig, da die Diskussion immer wieder unterbrochen, verkürzt und umgelenkt wird durch den Streit um Begriffe und die Etablierung von Demarkationslinien, die eine Verständigung und ein gemeinsames Verständnis unmöglich machen. Auch auf diese Reise möchte ich die Leser:innen mitnehmen und meinen Verständnisprozess verdeutlichen, der mir bestimmte Schlüsse erlaubt hat.
Historische Hintergründe ebenso wie die Analyse geopolitischer Machtverhältnisse und Interessenslagen werden in diesem Bericht nicht dargestellt- ich verfüge nicht über ausreichend fachliches Wissen. Beides ist jedoch immens wichtig zum Verständnis der Situation, dieser Reisebericht kann nur das Interesse an den Themen wecken. Es gibt ausgezeichnete und zahlreiche Bücher, Vorlesungen und Sendungen über die historischen und geopolitischen Entwicklungen in Israel, Palästina und der gesamten Region, die zum Verständnis beitragen. Es empfiehlt sich dringend, solche Bücher und Zeitschriftenartikel zu lesen, statt sich auf Instagram Reels, Facebook Einträge oder andere Betroffenheitsberichte auf Social Media zu verlassen. Diese bieten eine gute Gelegenheit für Menschen vor Ort und Aktivisten, sich an die Weltöffentlichkeit zu wenden. Eingebettet in gutes Hintergrundwissen und die Fähigkeit, neue Informationen einzuordnen, können sie aufmerksam machen auf aktuelle Entwicklungen. Sie können aber auch polarisieren und manipulieren, wenn man ihnen ungeprüft folgt.
Alle Teilnehmer:innen waren mehr oder weniger aktiv in christlichen Kirchen. Die Reisen werden als eine Form des nicht-gewaltsamen Widerstands gegen Israels Besatzung Palästinas organisiert. Zentral ist der Wunsch, dass Menschen aus anderen Ländern sich persönlich informieren können und zu Augenzeugen der Gewalt, aber auch der Stärke und Standhaftigkeit („sumud“) der Palästinenser:innen zu überzeugen.
Eingebunden sind die Reisen in eine enge Begleitung durch Mitarbeiter von Sabeel und anderer Freiwilliger. Sabeel Ecumenical Liberation Theology Center (kurz Sabeel) in Jerusalem wurde 1991 von dem palästinensischen anglikanischen Priester Naim Stifan Ateek gegründet und seit 2022 vom Omar Harami geleitet.
Der vollständige Bericht (30 Seiten mit vielen Bildern) hier als pdf-Datei zum Download.