Der Nachruf auf Sliman Mansour ist entnommen dem Rundbrief der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft (DPG) 18-2026 _ September 2026
Die Deutsch-Palästinensische Gesellschaft e.V. trauert um den bedeutenden palästinensischenKünstler Sliman Mansour, der am heutigen Montagabend, dem 24. August 2026, in Jerusalem verstorben ist.Mit seinem Tod geht eine jahrzehntelange, außergewöhnliche künstlerische und schöpferische Laufbahn zu Ende. In dieser Zeit hat er maßgeblich dazu beigetragen, der palästinensischen Kunst eine eigene Ausdrucksform und einen festen Platz zu geben. Seine Werke bewahren die palästinensische Erinnerung und machten sie sichtbar und erfahrbar.
Der Verstorbene gehörte zu den herausragenden palästinensischen bildenden Künstlern, prägte und beeinflusste die palästinensische Kultur. Seine Kunst war eng mit dem Menschen, dem Land, der Erinnerung und seiner Heimat verbunden. In seinen Werken brachte er die Fragen, Hoffnungen und Sehnsüchte der Palästinenser zum Ausdruck. Durch sein jahrzehntelanges künstlerisches Schaffen bereicherte er die palästinensische Kultur- und Kunstszene und trug wesentlich dazu bei, der palästinensischen Kunst auch in der arabischen Welt und international Anerkennung zu verschaffen.
Besonders ist zu erwähnen, dass Sliman Mansour und der Unterzeichnende sich seit Kindheit kannten, da sie das Internat der Evangelisch-Lutherischen Schulen in Bethlehem und Beit Jala besuchten. Gegenseitige Besuche haben diese Verbundenheit verstärkt, die nun plötzlich beendet ist. Es war uns immer eine besondere Ehre und Freude, von Sliman Mansour verschiedene seiner Bilder zur Veröffentlichung in den Zeitschriften unserer Gesellschaft erhalten zu haben. Gerade kurz vor seinem Tod hat er uns mehrere Zeichnungen von traumatisierten Kindern in Gaza für das Sonderheft „40 Jahre DPG“ zur Verfügung gestellt.
Wir haben Sliman als Künstler und als Menschen kennen- und schätzen gelernt. Wann immer sich uns die Gelegenheit bot, mit ihm zusammenzutreffen, begegneten wir seiner tiefen und eindrucksvollen Sicht auf Kunst, Kultur und Heimat. Sein Vermächtnis – seine Kunst, seine Haltung und seine Menschlichkeit – wird im Bewusstsein unserer Gesellschaft, in der palästinensischen Kulturlandschaft und in der Erinnerung all jener weiterleben, die das Privileg hatten, mit ihm zusammenzuarbeiten odDie Deutsch-Palästinensische Gesellschaft nimmt Abschied von dieser großen künstlerischen und menschlichen Persönlichkeit. Wir erinnern uns dankbar an sein Lebenswerk und seine vielfältigen Beiträge und sprechen seiner Familie, seinen Freunden, Kolleginnen und Kollegen, seinen Schülerinnen und Schülern sowie der gesamten palästinensischen Kunst- und Kulturszene unser tief empfundenes Mitgefühl aus.
Allen, die ihn kannten und ihm verbunden waren, gilt unsere Anteilnahme in dieser schweren Stunde. Der Tod von Sliman Mansour ist ein großer Verlust für die palästinensische Kunst und Kultur. Was er der palästinensischen Kunst und ihrem kollektiven Gedächtnis hinterlassen hat, wird bleiben – als Zeugnis seiner Zeit und als Ausdruck jenes Palästina, das er liebte, malte und sein Leben lang in sich trug.
Nazih Musharbash
Der Nachruf auf Sliman Mansour ist entnommen dem Rundbrief der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft (DPG). Mit den folgenden Themen:
- Nachruf auf Sliman Mansour: Ein Abschied von der Kunstikone Palästinas.
- Palästinensische Wahlen: Ein Ausblick auf die bevorstehenden Entwicklungen.
- Pressemitteilung: Aktuelle Stellungnahmen der DPG.
- 40 Jahre DPG e. V.: Eine erste Ankündigung zu unserem großen Jubiläum.