Großer Sieg im Propaganda-Krieg: Friedensnobelpreis für Navanethem Pillay

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die südafrikanische Juristin Navi Pillay: Die 85-Jährige wird für ihren Einsatz für Menschenrechte und gegen Kriegsverbrechen geehrt, wie das Nobelkomitee in Oslo am Freitag verkündete. Das ist ein wichtiger Sieg für Palästina und für den globalen Süden im großen internationalen Propaganda-Krieg! Was nicht selbstverständlich ist! Schließlich hat sich das Komitee in früheren Jahren willig in die westlichen Propaganda-Narrative einspannen lassen. So wurde noch im vergangenen Jahr der Preis an die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado vergeben, die umgehend die gerade erhaltene Medaille dem us-amerikanischen Präsidenten Donald Trump widmete, der den Friedensnobelpreis doch eigentlich verdient habe.

Pillay hat als frühere Richterin am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) und UN-Menschenrechtskommissarin maßgeblich dazu beigetragen, „dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden“, sagte der Vorsitzende des Nobelkomitees, Jörgen Watne Frydnes. Der Preis wird Pillay für ihre Bemühungen „zur Förderung des Friedens und des Völkerrechts“ verliehen, wie das Komitee erklärte. Die Juristin werde in einer Zeit geehrt, in der „das System des Völkerrechts unter enormem Druck steht und seine Institutionen angegriffen werden“. Daher brauche es „Menschen mit Mut, Weitsicht und Entschlossenheit – Eigenschaften, die Navi Pillay in ihrer Arbeit als Richterin unter Beweis stellt“, sagte Frydnes.

Pillay, die sich am Freitag in Nürnberg aufhielt, sagte, Politiker in aller Welt hätten die „rechtliche Verpflichtung, Menschenrechte zu schützen und auf Krieg zu verzichten“. Die 85-Jährige äußerte sich in dem Gerichtssaal, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg die Nürnberger Prozesse gegen NS-Kriegsverbrecher stattfanden.

„Wir leben in einer Zeit, in der das Völkerrecht und die Menschenrechte massiv unter politischen Beschuss geraten“, sagte Pillay weiter. „Besonders deutlich“ zeige sich dies durch die Angriffe auf den Internationalen Strafgerichtshof. US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Monat alle Staaten, die Mitglied des IStGH sind, zum Austritt aufgefordert und den Internationalen Strafgerichtshof als „Schurkeninstitution“ bezeichnet.

Je isolierter Israel und die USA in der Welt dastehen, desto heftiger ihre Reaktion auf Kritik. Bei der Auszeichnung für Pillay handele es sich um die „groteske Instrumentalisierung eines Preises, um anti-israelischen Hass und Vorurteile zu legitimieren,“ so das israelische Außenministerium in einer ersten Erklärung. Und fügte hinzu: „Joseph Goebbels applaudiert bestimmt aus der Hölle.“

Die Jüdische Allgemeine (v. 10.10.2026) verurteilte die Preisverleihung. Die Nachricht aus Oslo sei niederschmetternd. Frau Pillay habe sich „insbesondere mit Blick auf Antisemitismus und wegen grober Verstöße gegen ethische Grundsätze eigentlich für eine so prestigeträchtige Auszeichnung nachhaltig disqualifiziert. Die Zeitung erinnerte auch daran, dass seinerzeit im Jahre 2022 in Berlin die damalige Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) ihre Teilnahme an der Verleihung der Otto-Hahn-Friedensmedaille an Navi Giffey abgesagt hatte. 

Und was sagt US-Präsident Donald Trump zur Preisverleihung? Wie Spiegel-online am 10.10.2026 zu berichten wusste, habe sich Trump – in aller Bescheidenheit – erneut darüber beschwert, dass er den Friedensnobelpreis nicht erhalten habe. ​Er bezeichnete die Entscheidung des Nobelpreiskomitees am Freitag als schändlich und peinlich. »Dies ist ein unauslöschlicher Schandfleck für ‌das Land Norwegen und für jene Leute, die eine solch schändliche und peinliche Entscheidung getroffen haben«, sagte Trump in einer Wahlkampfrede im Bundesstaat New York. Schließlich sei er es, der geholfen habe, Kriege zwischen Nord- und Südkorea, Japan und Nordkorea sowie China und Taiwan zu ​verhindern. »Der Friedensnobelpreis wurde von einer Handvoll ⁠radikaler Ideologen, ⁠die antidemokratisch und wirkliche Feinde der Zivilisation sind, für immer diskreditiert.« An Norwegen gerichtet sagte der US-Präsident: »Dass sie den Friedensnobelpreis nicht den Vereinigten Staaten von Amerika verliehen haben, ist nur ein weiteres Zeichen dafür, wie Norwegen und all diese anderen unser Land ausnehmen.«

 

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